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Schicksal

Karma – was ist das?

Der Begriff „Karma“ hat erst in den letzten fünfzig Jahren in Deutschland seine Verbreitung gefunden. War er früher vor allem nur Kennern von asiatischen Religionen ein Begriff, findet man ihn heute schon in vielen Zeitschriften, mit unterschiedlichen Inhalten befrachtet, oft nur als Floskel verwendet. Aber was ist Karma? Wie entsteht es? Wie wirkt es?

Das Wort Karma kommt aus dem Sanskrit und bedeutet dort Tat. Karma stellt einen Hauptglaubenssatz im Brahmanismus, Buddhismus und Dschinismus dar und besagt, daß das weitere Schicksal des Menschen nach dem Tod von seinem soeben abgelaufenen Dasein oder von früheren Daseinsformen abhängt.

Je nach seinen Taten oder Untaten wird der Verstorbene im Himmel, in der Hölle oder auf der Erde als Mensch, Tier oder Pflanze wiedergeboren. Mit dieser Karma-Lehre will man die Verschiedenheit der menschlichen Anlagen und der Schicksale erklären. Man sieht darin das Wirken einer ausgleichenden Gerechtigkeit.

Andere, alte Bezeichnungen für Karma sind Karman und Kamma. In der Bhagavad-Gita, dem indischen „Lied der Gottheit“, bedeutet Karma Werk und umfaßt eine „Vergeltungskausalität“, die für den Menschen spätere Erdenleben nach sich zieht.
Buddha wies darauf hin, daß richtiges Denken und gute Taten in der Lage seien, einen Fluch des Karmas in einen Segen zu verwandeln.

Es gibt auch die Auffassung, den Willen als das Wirken (Karma) anzusehen, denn mit seinem Willen bewirkt man Gedanken, Worte und Werke. Somit, folgert man, ist Karma also das Wirken selbst, und nicht etwa das Ergebnis des Wirkens oder gar das Schicksal des Menschen.

Für ein „heilsames Wirken“ werden drei Wurzeln genannt: Ein Leben ohne Begierden, ohne Haß und in Einsicht. Die gängige Astrologie wiederum betrachtet „Karma“ eher als Gesetz, gemäß dem wir leben und erleben müssen.

Wieder andere sehen Karma als das Ergebnis des Handelns an und sagen, es sei falsch, von einem Gesetz zu sprechen. Karma sei kein Gesetz, das befolgt oder nicht befolgt werden solle, und auch kein Strafkodex für Übeltäter. Es sei einfach das Prinzip der unvermeidbaren Konsequenzen. Karma bringt zurück, was wir aufgeboten haben.

Lebt der Mensch wie ein Tier, dann hat er seine Geburt als Mensch mißbraucht und es sich selbst zuzuschreiben, wenn er in einem Tierkörper wiedergeboren wird. Wenn wir nicht in der Lage sind, uns durch innere Regsamkeit Tugenden zu erwerben, dann helfen uns dabei Kampf und Schmerz, wir erfahren und erkennen im Erleiden.

In der Gralsbotschaft wird Karma als unbedingte Folge der eigenen Vergangenheit gesehen. Es ist nicht gleichzusetzen mit dem „Kismet“ im Sinne eines unerforschlichen göttlichen Ratschlusses. Nein: Karma, sein Schicksal, hat sich der Mensch selbst eingebrockt – und er muß es auch selbst wieder auslöffeln. Oder, um mit den Worten der Offenbarung des Johannes zu reden: Sein „Seelenkleid“, das er selbst beschmutzt hat, darf, kann, muß er selbst wieder reinwaschen, wenn er zurück will in das Paradies.

Wir bleiben mit allen unseren Willensentscheidungen, die einer „Saat“ gleichkommen, verbunden, bis die „Ernte“ eingefahren wird. Mit jeder Entscheidung, die wir treffen, entstehen neue „Karmafäden“, die das persönliche Schicksal mitgestalten.

Umgekehrt ist das, was uns als „Karma“ trifft, die Folge unserer Entschlüsse, die zum Teil noch aus vergangenen Erdenleben stammen können. Im Hinblick auf die Wiederverkörperung muß jedoch eine Tatsache gleich hervorgehoben werden: Gemäß der Lehre der Gralsbotschaft wird der Menschengeist immer als Mensch wiedergeboren, nie als Tier oder Pflanze, auch nicht bei noch so schlechter Lebensführung.

Auch in der Gralsbotschaft ist Karma also ein für unser Menschsein grundlegender Begriff, jedoch keineswegs in einem fatalistischen Sinne, denn wir haben die Möglichkeit, üble karmische Rückwirkungen abzuschwächen sowie gute zu verstärken.
Auf dieser Grundlage soll in den nachfolgenden Ausführungen aufgezeigt werden, woraus sich ein Karma bildet und wie es sich zusammensetzt. Durch unser Denken, Reden und Handeln formen wir Karma. Aber wie geht das vor sich?

Die Macht der Gedanken, Worte und Taten

Es erscheint erforderlich, erst noch einige Erklärungen vorwegzuschicken: Das Individuum Mensch besteht aus dem (grobstofflichen, sichtbaren) Körper, der (feinstofflichen, nicht sichtbaren) Seele (in meinen Ausführungen teilweise auch als „Seelenkleid“ benannt) und, als Kern der Seele, dem Geist. Dieser (unsterbliche) Menschengeist soll durch die Erfahrungen, die er auf seinen Wanderungen durch die Schöpfung macht, reifen. Ganz besonders dient hierfür das Leben im grobstofflichen Körper, den der Geist mit all dessen Anlagen beherrschen lernen muß – eine mitunter mühsame und schweißtreibende Aufgabe.

Jede Erdengeburt dient also in erster Linie dem Geist, der das Eigentliche, Wichtigste des Menschen darstellt. Das Wollen des Geistes wirkt durch einen Strahlungsvorgang über den feinstofflichen auf den grobstofflichen Körper und ist hier als Empfindung im Bereich des Sonnengeflechtes wahrnehmbar.

Von diesem Nervengeflecht werden die Eindrücke der geistigen Empfindung über das Rückenmark dem Kleinhirn als Bild zugeleitet. Das Kleinhirn seinerseits verarbeitet die Empfindungsregungen und reicht sie an das Großhirn weiter, wo sie zu Gedanken umgeformt und teilweise zu Worten und Taten „verdichtet“ werden.

Was wir geistig wollen, kann also auf unterschiedlichen Ebenen zum Ausdruck kommen. Dabei bleiben wir, wie gesagt, mit allen unseren Werken verbunden. Was immer wir denken, reden, tun, wirkt in gleicher Art wieder auf uns zurück. Oder anders ausgedrückt: Jeder von uns wirkt zu jeder Stunde an der Bildung seines zukünftigen Karmas. Das muß uns voll zu Bewußtsein kommen, denn wenn wir selbst auf Dauer Gutes, Förderndes erleben möchten, müssen wir unser Denken und Reden radikal und nachhaltig auf das Gute umstellen.

Die Gralsbotschaft gibt daher wiederholt den allgemein gültigen Rat: „Haltet den Herd des Wollens und Eurer Gedanken rein, Ihr stiftet damit Frieden und seid glücklich!“? Und in der Bibel heißt es: „Tut Buße!“ Mit der Umkehr zum Guten – vor allem auch auf der Ebene der Gedanken – setzen wir einen Markstein für das Ende belastender karmischer Rückwirkungen.

Wichtig ist nun zu wissen, daß durch unsere gedankliche Tätigkeit in der feinstofflichen Welt Formen entstehen, die über einen „Ernährungsstrang“ – man kann auch von einem „magnetischen Band“ sprechen – mit ihrem Erzeuger verbunden bleiben.

Solange ein Mensch also unverändert in einer bestimmten Art denkt, erfahren die dabei entstehenden Gedankenformen ständige Kraftzufuhr. Man kann den Vorgang mit der Gartenarbeit vergleichen: Wenn eine Aussaat fortwährend fleißig gedüngt und gegossen wird, gedeihen die Samenkörner, und die Ernte bringt ein Vielfaches der Saatmenge.

Auch im „Garten der Gedanken“ können Nutzpflanzen oder giftiges Unkraut sprießen. Rund um jeden Menschen „blühen“ – seiner eigenen Denkungsart entsprechend – die unterschiedlichsten Gedankenformen, wirken auf ihn zurück, stacheln ihn zu entsprechenden Handlungen an und „verdorren“ erst, wenn sie keine Kraftzufuhr mehr erhalten, weil der betreffende Mensch seine Denkweise geändert hat.

Die Formen flüchtiger Gedanken – nennen wir sie einmal „Eintagsfliegen“ – haben keine lange Lebensdauer. Wegen der fehlenden Kraftzufuhr verkümmern sie schnell. Diejenigen Formen hingegen, die durch wiederholtes, intensives Denken erzeugt werden, bleiben wesentlich länger erhalten.

Sie sammeln sich zudem in Kraftzentralen, die aus gleichartigen, sich gegenseitig verstärkenden Gedanken vieler Menschen gebildet werden. Gedankenformen wirken somit nicht nur auf den Erzeuger zurück, sondern können auch anderen gleichartig gesinnten Menschen anhaften und sie beeinflussen.

Völlig andersgeartete Gebilde entstehen indes, wenn beim Denken starke Empfindungskraft mitwirkt. Wird das Denken eines Menschen zum Beispiel von Haß- oder Neidempfindungen getragen, also von starkem, mit Begierden durchmischtem Wollen, so können sich durch die gewaltige geistige Zeugungsfähigkeit, die uns Menschen zueigen ist, machtvolle „Empfindungsgebilde“ entwickeln, die in der feinerstofflichen Welt auch unabhängig von ihrem Erzeuger ein gewisses Eigenleben führen.

In derartigen Fällen wird durch unser Empfindungswollen die in der Schöpfung schwingende „Hauptkraft“ angezapft, also die neutrale, lebendige Kraft, die alles durchflutet, wodurch sich Formen mit einem wesenhaften Kern und also eigener Triebkraft entwickeln.

Diese Gebilde werden, wenn es sich um übelwollende Empfindungsformen handelt, Dämonen genannt; ebenso gibt es aber auch Gebilde, die Edles und Gutes bewirken. In der Gralsbotschaft heißt es dazu: „Jedes Empfindungswollen eines Menschen wirkt als Schlüssel zu der Schatzkammer, findet Kontakt mit dieser hohen Kraft. Das gute Wollen wie das üble Wollen.

Beides wird von der ,Kraft‘ verstärkt und lebendig gemacht, weil diese auf das Empfindungswollen des Menschengeistes sofort reagiert. Und nur auf dieses, sonst auf nichts. Die Art des Wollens gibt der Mensch an, das liegt in seiner Hand allein. Die Kraft führt weder Gutes noch Böses zu, sondern sie ist einfach ,Kraft‘ und belebt, was der Mensch gewollt hat.“

Alle diese durch unser Denken entstandenen Formen und Kraftzentralen befinden sich im nicht sichtbaren Bereich der Stofflichkeit, also im Jenseits, und zwar in unterschiedlich hohen, also lichteren oder dunkleren Ebenen, entsprechend der Art ihres Inhaltes.

Dabei ist verständlich, daß Kraftzentralen des Hasses in tieferen, dunkleren Bereichen angesiedelt sind als Zentralen der Güte und der Liebe. Die Gebilde haben dabei keine genau bestimmbare Lebensdauer, zählbar in Jahren, Tagen oder Stunden, doch sie bleiben geformt und wirken in ihrer Art auf die stoffliche Welt ein, solange ihnen Menschen durch ihr Denken Kraft zuführen und sie nähren.

Nicht nur beim Denken, sondern auch beim Sprechen bilden sich feinerstoffliche Formen, die allerdings in einer etwas gröberen Art zum Aus-Druck kommen, weil das Reden ja hörbar, sinnlich wahrnehmbar in der groben Stofflichkeit stattfindet.
Die Formen, die sich aus den von uns benützten Worten bilden, verhalten sich ähnlich wie die der Gedanken.

In der Gralsbotschaft heißt es dazu:
„Die Worte, die Ihr formt, die Sätze, bilden Euer äußeres Geschick auf dieser Erde. Sie sind wie Saat in einem Garten, den Ihr um Euch baut; denn das Menschenwort gehört zu dem Lebendigsten, was Ihr in dieser Schöpfung für Euch wirken könnt.“
Die Auswirkungen des „Wortformens“ betreffen natürlich nicht nur den Sprecher selbst, sondern können auch für dessen Nebenmenschen unmittelbar Glück oder Unglück bedeuten. Denn dieser hört die Worte, nimmt sie auf und verarbeitet sie. Wenn er sich über das Gesagte beispielsweise sehr ärgert, weil sein Leben dadurch nachhaltig beeinträchtigt wurde, können sich auch von ihm aus Karmafäden bilden, die – sind sie dauerhaft und stabil genug – ein Erdenleben überdauern und vielleicht sogar – zwecks Ablösung von Schuld – schicksalhafte Begegnungen in einem zukünftigen Leben „vorbestimmen“.

Auch unser Handeln bleibt selbstverständlich nicht ohne Folgen. Wenn man dem Nachbarn das Wasser abgräbt oder ihn durch Finanzmanipulationen fertig machen will, erzeugt dies nicht nur kurzfristig Haßgedanken, sondern es muß früher oder später auch zu karmischen Rückwirkungen führen.

Der Mensch knüpft sich also durch sein Denken, Reden und Tun Karmafäden, die ihn – sind sie unschöner Natur – in Zukunft piesacken können, bei guter Rückwirkung dagegen Angenehmes bringen. Das Gepiesacktwerden wird allgemein als unverdienter Schlag des Schicksals betrachtet, während man das Angenehme als unmittelbare Folge seiner eigenen derzeitigen Tüchtigkeit anzusehen geneigt ist. Zwei grundlegende Fehleinschätzungen.


Das Wort Karma kommt aus dem Sanskrit und bedeutet dort Tat. Karma stellt einen Hauptglaubenssatz im Brahmanismus, Buddhismus und Dschinismus dar und besagt, daß das weitere Schicksal des Menschen nach dem Tod von seinem soeben abgelaufenen Dasein oder von früheren Daseinsformen abhängt.

Je nach seinen Taten oder Untaten wird der Verstorbene im Himmel, in der Hölle oder auf der Erde als Mensch, Tier oder Pflanze wiedergeboren. Mit dieser Karma-Lehre will man die Verschiedenheit der menschlichen Anlagen und der Schicksale erklären. Man sieht darin das Wirken einer ausgleichenden Gerechtigkeit.

Andere, alte Bezeichnungen für Karma sind Karman und Kamma. In der Bhagavad-Gita, dem indischen „Lied der Gottheit“, bedeutet Karma Werk und umfaßt eine „Vergeltungskausalität“, die für den Menschen spätere Erdenleben nach sich zieht.
Buddha wies darauf hin, daß richtiges Denken und gute Taten in der Lage seien, einen Fluch des Karmas in einen Segen zu verwandeln.

Es gibt auch die Auffassung, den Willen als das Wirken (Karma) anzusehen, denn mit seinem Willen bewirkt man Gedanken, Worte und Werke. Somit, folgert man, ist Karma also das Wirken selbst, und nicht etwa das Ergebnis des Wirkens oder gar das Schicksal des Menschen.

Für ein „heilsames Wirken“ werden drei Wurzeln genannt: Ein Leben ohne Begierden, ohne Haß und in Einsicht. Die gängige Astrologie wiederum betrachtet „Karma“ eher als Gesetz, gemäß dem wir leben und erleben müssen.

Wieder andere sehen Karma als das Ergebnis des Handelns an und sagen, es sei falsch, von einem Gesetz zu sprechen. Karma sei kein Gesetz, das befolgt oder nicht befolgt werden solle, und auch kein Strafkodex für Übeltäter. Es sei einfach das Prinzip der unvermeidbaren Konsequenzen. Karma bringt zurück, was wir aufgeboten haben.

Lebt der Mensch wie ein Tier, dann hat er seine Geburt als Mensch mißbraucht und es sich selbst zuzuschreiben, wenn er in einem Tierkörper wiedergeboren wird. Wenn wir nicht in der Lage sind, uns durch innere Regsamkeit Tugenden zu erwerben, dann helfen uns dabei Kampf und Schmerz, wir erfahren und erkennen im Erleiden.

In der Gralsbotschaft wird Karma als unbedingte Folge der eigenen Vergangenheit gesehen. Es ist nicht gleichzusetzen mit dem „Kismet“ im Sinne eines unerforschlichen göttlichen Ratschlusses. Nein: Karma, sein Schicksal, hat sich der Mensch selbst eingebrockt – und er muß es auch selbst wieder auslöffeln. Oder, um mit den Worten der Offenbarung des Johannes zu reden: Sein „Seelenkleid“, das er selbst beschmutzt hat, darf, kann, muß er selbst wieder reinwaschen, wenn er zurück will in das Paradies.

Wir bleiben mit allen unseren Willensentscheidungen, die einer „Saat“ gleichkommen, verbunden, bis die „Ernte“ eingefahren wird. Mit jeder Entscheidung, die wir treffen, entstehen neue „Karmafäden“, die das persönliche Schicksal mitgestalten.

Umgekehrt ist das, was uns als „Karma“ trifft, die Folge unserer Entschlüsse, die zum Teil noch aus vergangenen Erdenleben stammen können. Im Hinblick auf die Wiederverkörperung muß jedoch eine Tatsache gleich hervorgehoben werden: Gemäß der Lehre der Gralsbotschaft wird der Menschengeist immer als Mensch wiedergeboren, nie als Tier oder Pflanze, auch nicht bei noch so schlechter Lebensführung.

Auch in der Gralsbotschaft ist Karma also ein für unser Menschsein grundlegender Begriff, jedoch keineswegs in einem fatalistischen Sinne, denn wir haben die Möglichkeit, üble karmische Rückwirkungen abzuschwächen sowie gute zu verstärken.
Auf dieser Grundlage soll in den nachfolgenden Ausführungen aufgezeigt werden, woraus sich ein Karma bildet und wie es sich zusammensetzt. Durch unser Denken, Reden und Handeln formen wir Karma. Aber wie geht das vor sich?

Die Macht der Gedanken, Worte und Taten

Es erscheint erforderlich, erst noch einige Erklärungen vorwegzuschicken: Das Individuum Mensch besteht aus dem (grobstofflichen, sichtbaren) Körper, der (feinstofflichen, nicht sichtbaren) Seele (in meinen Ausführungen teilweise auch als „Seelenkleid“ benannt) und, als Kern der Seele, dem Geist. Dieser (unsterbliche) Menschengeist soll durch die Erfahrungen, die er auf seinen Wanderungen durch die Schöpfung macht, reifen. Ganz besonders dient hierfür das Leben im grobstofflichen Körper, den der Geist mit all dessen Anlagen beherrschen lernen muß – eine mitunter mühsame und schweißtreibende Aufgabe.

Jede Erdengeburt dient also in erster Linie dem Geist, der das Eigentliche, Wichtigste des Menschen darstellt. Das Wollen des Geistes wirkt durch einen Strahlungsvorgang über den feinstofflichen auf den grobstofflichen Körper und ist hier als Empfindung im Bereich des Sonnengeflechtes wahrnehmbar.

Von diesem Nervengeflecht werden die Eindrücke der geistigen Empfindung über das Rückenmark dem Kleinhirn als Bild zugeleitet. Das Kleinhirn seinerseits verarbeitet die Empfindungsregungen und reicht sie an das Großhirn weiter, wo sie zu Gedanken umgeformt und teilweise zu Worten und Taten „verdichtet“ werden.

Was wir geistig wollen, kann also auf unterschiedlichen Ebenen zum Ausdruck kommen. Dabei bleiben wir, wie gesagt, mit allen unseren Werken verbunden. Was immer wir denken, reden, tun, wirkt in gleicher Art wieder auf uns zurück. Oder anders ausgedrückt: Jeder von uns wirkt zu jeder Stunde an der Bildung seines zukünftigen Karmas. Das muß uns voll zu Bewußtsein kommen, denn wenn wir selbst auf Dauer Gutes, Förderndes erleben möchten, müssen wir unser Denken und Reden radikal und nachhaltig auf das Gute umstellen.

Die Gralsbotschaft gibt daher wiederholt den allgemein gültigen Rat: „Haltet den Herd des Wollens und Eurer Gedanken rein, Ihr stiftet damit Frieden und seid glücklich!“? Und in der Bibel heißt es: „Tut Buße!“ Mit der Umkehr zum Guten – vor allem auch auf der Ebene der Gedanken – setzen wir einen Markstein für das Ende belastender karmischer Rückwirkungen.

Wichtig ist nun zu wissen, daß durch unsere gedankliche Tätigkeit in der feinstofflichen Welt Formen entstehen, die über einen „Ernährungsstrang“ – man kann auch von einem „magnetischen Band“ sprechen – mit ihrem Erzeuger verbunden bleiben.

Solange ein Mensch also unverändert in einer bestimmten Art denkt, erfahren die dabei entstehenden Gedankenformen ständige Kraftzufuhr. Man kann den Vorgang mit der Gartenarbeit vergleichen: Wenn eine Aussaat fortwährend fleißig gedüngt und gegossen wird, gedeihen die Samenkörner, und die Ernte bringt ein Vielfaches der Saatmenge.

Auch im „Garten der Gedanken“ können Nutzpflanzen oder giftiges Unkraut sprießen. Rund um jeden Menschen „blühen“ – seiner eigenen Denkungsart entsprechend – die unterschiedlichsten Gedankenformen, wirken auf ihn zurück, stacheln ihn zu entsprechenden Handlungen an und „verdorren“ erst, wenn sie keine Kraftzufuhr mehr erhalten, weil der betreffende Mensch seine Denkweise geändert hat.

Die Formen flüchtiger Gedanken – nennen wir sie einmal „Eintagsfliegen“ – haben keine lange Lebensdauer. Wegen der fehlenden Kraftzufuhr verkümmern sie schnell. Diejenigen Formen hingegen, die durch wiederholtes, intensives Denken erzeugt werden, bleiben wesentlich länger erhalten.

Sie sammeln sich zudem in Kraftzentralen, die aus gleichartigen, sich gegenseitig verstärkenden Gedanken vieler Menschen gebildet werden. Gedankenformen wirken somit nicht nur auf den Erzeuger zurück, sondern können auch anderen gleichartig gesinnten Menschen anhaften und sie beeinflussen.

Völlig andersgeartete Gebilde entstehen indes, wenn beim Denken starke Empfindungskraft mitwirkt. Wird das Denken eines Menschen zum Beispiel von Haß- oder Neidempfindungen getragen, also von starkem, mit Begierden durchmischtem Wollen, so können sich durch die gewaltige geistige Zeugungsfähigkeit, die uns Menschen zueigen ist, machtvolle „Empfindungsgebilde“ entwickeln, die in der feinerstofflichen Welt auch unabhängig von ihrem Erzeuger ein gewisses Eigenleben führen.

In derartigen Fällen wird durch unser Empfindungswollen die in der Schöpfung schwingende „Hauptkraft“ angezapft, also die neutrale, lebendige Kraft, die alles durchflutet, wodurch sich Formen mit einem wesenhaften Kern und also eigener Triebkraft entwickeln.

Diese Gebilde werden, wenn es sich um übelwollende Empfindungsformen handelt, Dämonen genannt; ebenso gibt es aber auch Gebilde, die Edles und Gutes bewirken. In der Gralsbotschaft heißt es dazu: „Jedes Empfindungswollen eines Menschen wirkt als Schlüssel zu der Schatzkammer, findet Kontakt mit dieser hohen Kraft. Das gute Wollen wie das üble Wollen.

Beides wird von der ,Kraft‘ verstärkt und lebendig gemacht, weil diese auf das Empfindungswollen des Menschengeistes sofort reagiert. Und nur auf dieses, sonst auf nichts. Die Art des Wollens gibt der Mensch an, das liegt in seiner Hand allein. Die Kraft führt weder Gutes noch Böses zu, sondern sie ist einfach ,Kraft‘ und belebt, was der Mensch gewollt hat.“

Alle diese durch unser Denken entstandenen Formen und Kraftzentralen befinden sich im nicht sichtbaren Bereich der Stofflichkeit, also im Jenseits, und zwar in unterschiedlich hohen, also lichteren oder dunkleren Ebenen, entsprechend der Art ihres Inhaltes.

Dabei ist verständlich, daß Kraftzentralen des Hasses in tieferen, dunkleren Bereichen angesiedelt sind als Zentralen der Güte und der Liebe. Die Gebilde haben dabei keine genau bestimmbare Lebensdauer, zählbar in Jahren, Tagen oder Stunden, doch sie bleiben geformt und wirken in ihrer Art auf die stoffliche Welt ein, solange ihnen Menschen durch ihr Denken Kraft zuführen und sie nähren.

Nicht nur beim Denken, sondern auch beim Sprechen bilden sich feinerstoffliche Formen, die allerdings in einer etwas gröberen Art zum Aus-Druck kommen, weil das Reden ja hörbar, sinnlich wahrnehmbar in der groben Stofflichkeit stattfindet.
Die Formen, die sich aus den von uns benützten Worten bilden, verhalten sich ähnlich wie die der Gedanken.

In der Gralsbotschaft heißt es dazu:
„Die Worte, die Ihr formt, die Sätze, bilden Euer äußeres Geschick auf dieser Erde. Sie sind wie Saat in einem Garten, den Ihr um Euch baut; denn das Menschenwort gehört zu dem Lebendigsten, was Ihr in dieser Schöpfung für Euch wirken könnt.“
Die Auswirkungen des „Wortformens“ betreffen natürlich nicht nur den Sprecher selbst, sondern können auch für dessen Nebenmenschen unmittelbar Glück oder Unglück bedeuten. Denn dieser hört die Worte, nimmt sie auf und verarbeitet sie. Wenn er sich über das Gesagte beispielsweise sehr ärgert, weil sein Leben dadurch nachhaltig beeinträchtigt wurde, können sich auch von ihm aus Karmafäden bilden, die – sind sie dauerhaft und stabil genug – ein Erdenleben überdauern und vielleicht sogar – zwecks Ablösung von Schuld – schicksalhafte Begegnungen in einem zukünftigen Leben „vorbestimmen“.

Auch unser Handeln bleibt selbstverständlich nicht ohne Folgen. Wenn man dem Nachbarn das Wasser abgräbt oder ihn durch Finanzmanipulationen fertig machen will, erzeugt dies nicht nur kurzfristig Haßgedanken, sondern es muß früher oder später auch zu karmischen Rückwirkungen führen.

Der Mensch knüpft sich also durch sein Denken, Reden und Tun Karmafäden, die ihn – sind sie unschöner Natur – in Zukunft piesacken können, bei guter Rückwirkung dagegen Angenehmes bringen. Das Gepiesacktwerden wird allgemein als unverdienter Schlag des Schicksals betrachtet, während man das Angenehme als unmittelbare Folge seiner eigenen derzeitigen Tüchtigkeit anzusehen geneigt ist. Zwei grundlegende Fehleinschätzungen.

Karmische Rückwirkungen

Bis jetzt haben wir die Entstehung der Karmafäden betrachtet, die an dem Urheber hängen und irgendwann wieder auf ihn zurückfallen. Aber wann und wodurch wird dies veranlaßt? Bei sechs Milliarden Menschen, die derzeit auf der Erde leben (abgesehen von den Unzähligen, die sich in feinerstofflichen Schöpfungsbereichen befinden) und bei den Abermilliarden an Verbindungssträngen, die diese Menschen umgeben, können es nur einfachste, natürliche Auslöser für die Rückwirkungen des Karmas sein.

So, wie Pflanzen im selbsttätigen Wirken der Schöpfungsgesetze unter dem Einfluß von Licht, Dunkel, Wärme, Kälte, Druck, Feuchtigkeit, Dürre oder Kombinationen davon zur Reife kommen, wobei auch der Einfluß der Gestirne mitspielt, müssen auch alle karmischen Reifeprozesse bzw. Rückwirkungen von natürlichen, gesetzmäßigen Gegebenheiten abhängen.

Hierbei muß man in Betracht ziehen, daß jeder unserer Willensentschlüsse auch unser Seelenkleid verändert – im Farbton, aber auch in der Form. Der individuelle Zustand eines Menschen zeigt sich und wirkt in feinerstofflichen Bereichen unmittelbar, wobei Kündungen aus dem Jenseits darauf schließen lassen, daß es dort Farben gibt, die für uns derzeit unvorstellbar sind – von einer Brillanz und Leuchtkraft, die sich irdisch nicht beschreiben läßt.

Der durch unser geistiges Wollen geprägte Zustand des Seelenkleides bewirkt, daß im Schöpfungsgesetz der Anziehung gleicher Arten zu bestimmter Zeit – also dann, wenn eine entsprechende „Zeitqualität“ gegeben ist – das, was zusammengehört, auch zusammengefügt wird. So kommt beispielsweise kein Mensch zu einem beliebigen, sondern eben zu einem bestimmten Zeitpunkt auf die Welt. Die Seele wird zur Inkarnation zugelassen oder gezwungen, wenn die Zeit dafür reif ist. Und auch Schicksalsschläge werden nicht von blindem Zufall „gesteuert“.

Auslösend für alle karmischen Rückwirkungen, die uns im Erdenleben treffen, wirkt zum Beispiel, wie die Gralsbotschaft erklärt, der Lauf der Gestirne bzw. deren Strahlungen: „Die Strahlungen der Sterne bilden nur die Wege und Kanäle, durch welche alles feinstoffliche Lebendige geschlossener zu einer Menschenseele dringen kann, um sich dort auszuwirken.

Bildlich ausgedrückt kann man sagen: Die Sterne geben das Signal für die Zeiten, in denen die rückläufigen Wechselwirkungen und andere Einflüsse durch ihre Strahlenführung zusammengefaßter, geschlossener auf den Menschen strömen können. Ungünstigen oder feindlichen Sternenstrahlungen schließen sich üble in dem Feinstofflichen für den betreffenden Menschen schwebende Strömungen an, günstigen Strahlungen dagegen der Gleichart entsprechend nur gute.“

Bestimmte Gestirnskonstellationen lösen also zwar für viele Menschen Einflüsse aus, wo aber ein Mensch an keinen Karmafäden hängt, die zu diesen Gestirnstellungen passen, kommen auch keine Rückwirkungen auf ihn zu. Gleichzeitig verursachen die Strahlungen der Gestirne auch eine Art „Absperrung“; so daß günstige Strahlungen zum Beispiel bewirken, daß die Rückwirkung übler Fäden unterbrochen wird, wodurch der Betroffene Zeit zum Verschnaufen und zum Kräftesammeln erhält.

Es ist also ein gesetzmäßiges, selbsttätiges Geschehen, von dem die karmischen Rückwirkungen gesteuert werden. Zu diesem Geschehen gehören aber nicht nur die Strahlungen der Gestirne (oder auch der Erde), sondern ebenso vielfältige feinstoffliche Strömungen. Mit entscheidend ist dabei immer unsere momentane gedankliche Ausrichtung, mit der wir im Gesetz der Anziehung gleicher Arten bestimmte Gedankenformen dazu „einladen“, zu uns zurückzukehren.

Aber wodurch immer karmische Rückwirkungen letztlich ausgelöst werden: Eine grundlegende Fehlhaltung liegt vor, bei Schicksalsschlägen mit dem Schöpfer zu rechten und zu hadern, anzuklagen, warum man selbst das Ziel dieses Schicksalsschlages sei. Mit einer derartigen Geisteshaltung bewirkt man keinesfalls, daß sich Karmafäden lösen. Im Gegenteil, solche Vorwürfe lassen nur neue Karmafäden unschöner Art entstehen. Rückwirkung muß nicht Ablösung sein.

Nicht jede karmische Rückwirkung ist zugleich eine Ablösung. Ob wir uns von karmischen Bindungen befreien, das hängt von unserer Einstellung ab. Der Mensch handelt immer in voller Eigenverantwortung – und ist damit den selbsttätig wirkenden Schöpfungsgesetzen unterworfen.

Schicksal oder Karma ist keine moralische Strafe und hat auch mit Sündenvergebung im Sinne der (katholischen) Kirche nichts zu tun. In der Gralsbotschaft heißt es: „Karma-Rückwirkungen sind nicht immer auch die Ablösungen! Darauf achte jeder Mensch genau.

Es kann mit ihm im Gegenteil dabei sehr oft noch tiefer abwärts gehen!
Ein Aufstieg ist trotz Rückwirkung von Schuld allein abhängig von der inneren Einstellung eines jeden Menschen. Wie er das große Steuer in sich stellt, ob aufwärts, ob geradeaus, oder ob abwärts, so, nicht anders wird er treiben trotz allen Erlebens!“

Befreiung von üblem Karma

Was hat ein Mensch, der ein schweres Karma zu erwarten hat, für Möglichkeiten, sich davon zu befreien? Wenn jemand über eine lange Zeitspanne übles Wollen gepflegt hat und dies immer noch tut, so werden ihn die Karmafäden bei ihrer Rückwirkung mit voller Wucht treffen.
Aus der Physik ist bekannt, daß bei erhöhter Geschwindigkeit die Wucht des Aufpralles unverhältnismäßig zunimmt. Man kann sich vorstellen, daß die Rückkehrgeschwindigkeit groß ist, wenn der Mensch sein übles Karma durch seine üble seelische Gleichart förmlich anzieht.

Es wird also in solchen Fällen kein sanfter Schicksalsschlag werden. Damit ist aber auch der beste Weg zur Befreiung von üblem Karma gezeigt: Ablassen von dem Unguten! Mit dem festen Wollen zu dem Guten erreicht man mehrerlei:

– Erstens entstehen ab sofort keine weiteren schlechten Schicksalsfäden mehr; der einem Menschen noch anhängende „Schwanz“ übler Karmafäden wird irgendwann einmal aufgebraucht, durchlebt sein;
– zweitens werden die alten Karmafäden nicht mehr mit Energie „bedient“?, sie müssen also zwangsläufig schwächer werden, nach einiger Zeit sogar verdorrt ganz abfallen;
– drittens verbessert sich durch das gute Wollen auch die unmittelbare Umgebung des Menschen, wodurch es zu Abschwächungen der Rückwirkungen kommt;
– viertens wird durch das gute Wollen auch das Seelenkleid selbst „reingewaschen“, wodurch es auf alte, üble Karmafäden abstoßend und bremsend wirkt.

Dieses neue gute Wollen, das Abhilfe bringt, darf natürlich nicht empfindungsloses Verstandeswollen (des Vorderhirns) sein, sondern es muß aus dem Geist kommen. Dazu gehört, sorgsam zu überprüfen, wann, wo und wie man einem Nebenmenschen Unrecht tut oder getan hat, und – bei der Erkenntnis von Unrecht – Böses mit Gutem zu vergelten, so, wie es die Hochreligionen lehren.

Zaubermacht Liebe

Alle abwertenden Gedanken gegenüber anderen müssen radikal vertrieben werden. Statt dessen sollte der Liebe Raum gewährt werden, ob diese von anderen nun erwidert wird oder nicht, und sie muß unterschiedslos sowohl den Schwachen als auch den Starken dargeboten werden.

Nicht von ungefähr stellte Jesus Christus die (Nächsten-) Liebe ins Zentrum seiner Lehre. Und die Gralsbotschaft nennt die Liebe im Zusammenhang mit dem Abstoßen von Karma eine „Zaubermacht“:
„Diese Zaubermacht, die jedem Menschen während seines ganzen Erdenseins in steter Hilfsbereitschaft zur Verfügung steht (…) und das Abstoßen des Karmas herbeiführen kann, ist die Liebe!

Nicht die begehrende Liebe des Grobstofflichen, sondern die hohe, reine Liebe, die nichts anderes kennt und will als das Wohl des geliebten Menschen, die nie an sich selbst denkt. Sie gehört auch in die stoffliche Schöpfung und fordert kein Entsagen, kein Asketentum, aber sie will immer nur das Beste für den anderen, bangt um ihn, leidet mit ihm, teilt aber mit ihm auch die Freude.“

Grundlage dieser wahren Liebe sind jene ideal-sehnsüchtigen Empfindungen, wie sie ein Mensch oft im jugendlichen Alter erlebt, wenn sein Inneres nach Hohem, Reinem ausgerichtet ist.
„Sobald ein Mensch der reinen Liebe Raum gewährt, sei es nun die des Mannes zum Weib oder umgekehrt, oder die zu einem Freunde oder einer Freundin, oder zu den Eltern, zu dem Kinde, gleichviel, ist sie nur rein, so bringt sie als erste Gabe die Gelegenheit zum Abstoßen alles Karmas, das sich dann nur noch rein ,symbolisch‘ auslöst, zum Aufblühen des freien und bewußten Willens, der nur nach oben gerichtet sein kann. Als natürliche Folgerung beginnt dann der Aufstieg, die Erlösung von den unwürdigen Ketten, die ihn niederhalten.

Die erste sich regende Empfindung bei erwachender reiner Liebe ist das sich Unwertdünken dem geliebten Anderen gegenüber. Mit anderen Worten kann man diesen Vorgang mit eintretender Bescheidenheit und Demut bezeichnen, also den Empfang zweier großer Tugenden.

Dann schließt sich daran der Drang, schützend die Hand über den anderen halten zu wollen, damit ihm von keiner Seite ein Leid geschähe, sondern sein Weg über blumige, sonnige Pfade führt. Das ,Auf-den-Händen-tragen-Wollen‘ ist kein leerer Spruch, sondern kennzeichnet die aufsteigende Empfindung ganz richtig.

Darin aber liegt ein Aufgeben der eigenen Persönlichkeit, ein großes Dienenwollen, das allein genügen könnte, alles Karma in kurzer Zeit abzuwerfen, sobald das Wollen anhält und nicht etwa rein sinnlichen Trieben Platz macht. Zuletzt kommt bei der reinen Liebe noch der heiße Wunsch, recht Großes für den geliebten Anderen in edlem Sinne tun zu können, ihn mit keiner Miene, keinem Gedanken, keinem Worte, noch viel weniger mit einer unschönen Handlung zu verletzen oder zu kränken. Zarteste Rücksichtnahme wird lebendig.“

Karma ist immer nur stofflicher Natur

Mit dem Ablösen des Karmas auf dem Weg der Nächstenliebe hat ein Menschengeist sein Seelenkleid reingewaschen, das heißt vom stofflichen Schmutz befreit. Denn ob es sich um die Rückwirkungen unseres Denkens, Redens oder Tuns handelt – das uns anhaftende Karma ist letztlich immer nur stofflich. Wer sich davon befreit und geistig reift, kann aufsteigen und zurückkehren in das Reich seiner Herkunft, in das Paradies.



Autor: Karl Heinz Forster
Seite:
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Themenheft 16/2005

Wieso das Schicksal doch gerecht ist

Ein Blick auf die unterschiedlichen und widersprüchlichen Gedanken, wie sie Religion, Philosophie und Naturwissenschaft zum Thema „Schicksal“ bieten (siehe Beitrag „Prädestination und Freiheit“), zeigt, daß wir Menschen noch weit davon entfernt sind, die geheimnisvollen, unsichtbaren …

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Nachschlagworte

  • Buddhismus
  • Religion
  • Schicksal
  • Gedanken
  • Rückwirkungen

Autor

Karl Heinz Forster

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