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Startseite›Themenbereiche›Weltbild›Das Schöpfungsgesetz hinter der „Broken-Windows-Theorie“
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Das Schöpfungsgesetz hinter der „Broken-Windows-Theorie“

In den USA wurde kürzlich der Begriff „Broken-Windows-Theorie“ geprägt. Diese „Theorie der zerbrochenen Fenster“ geht davon aus, daß in einer Stadt ursprünglich harmlose Phänomene wie etwa das zerbrochene Fenster in einem leerstehenden Haus oder Müll auf der Straße zur völligen Verwahrlosung ganzer Stadtviertel führen kann. Dahinter steckt ein Naturgesetz.

Der erste Eindruck, den bestimmte Zustände vermitteln, entscheidet der »Broken Windows«-Theorie zufolge über das Verhalten der Menschen, etwa ob sie zur sozialen Zusammenarbeit oder Aufrechterhaltung der Ordnung bereit sind. Diese Sichtweise hat zu einer „Null-Toleranz-Strategie“ geführt, nach der etwa die Stadt New York schon kleinsten Anzeichen einer Verwahrlosung entgegenwirkt, damit nirgendwo der Eindruck entsteht, die sozialen Normen seien außer Kraft.

Über die „Broken-Windows-Theorie“ wird heftig diskutiert.

Forscher am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeingütern (http://www.coll.mpg.de) konnten nun in Experimenten den großen Einfluß der Erwartungshaltung auf das menschliche Verhalten bestätigen. Für eine Studie ließen sie Versuchspersonen in London und Bonn Gemeinwohlspiele durchlaufen, bei denen sich zeigte, daß die Annahme, wie sich die Mitspieler verhalten werden, auch das eigene Verhalten deutlich bestimmt. Wer glaubt, daß die anderen egoistisch handeln, stößt tatsächlich häufiger auf unkooperatives Verhalten und richtet sich auch selbst danach. Oder, wie Studienleiter Michael Kurschilgen die Ergebnisse zusammenfaßt: „Wer andere für Egoisten hält, handelt auch selbst meist egoistisch!“

Interessant war auch ein weiterer Aspekt: Während die Versuchspersonen in Bonn sich in dem Spiel zunächst sehr kooperativ verhielten (82 Prozent zahlten für ein Gemeinschaftsprojekt ein), sank die Kooperationsbereitschaft deutlich, nachdem die Bonner über das Londoner Ergebnis informiert worden waren, wo nur 43 Prozent für das Projekt eingezahlt hatten. Menschen lassen sich also in besonders hohem Maß von ihrer Erwartungshaltung leiten, wenn diese egoistische Tendenzen zeigt.

Die Forscher folgern daraus, daß jeder Cent für den Substanzerhalt von Wohnvierteln nicht nur Stadtkosmetik, sondern auch ein guter Schutz vor Kriminalität ist.

Im Grunde bestätigen die Forschungsergebnisse ein einfaches Schöpfungsgesetz: die Anziehung der Gleichart. Und leider findet die egoistische Haltung, wie sie typisch für das Vorteilsstreben unseres Verstandes ist, leichter ihre Gleichart als eine soziale, werteorientierte Gesinnung, die geistige Mühe und Regsamkeit erfordert. Insofern ist es wohl wirklich die beste Lösung, dafür zu sorgen, daß zerbrochene Fenster oder vermüllte Straßen von vornherein keine „Anziehungskraft“ entfalten können.


Der erste Eindruck, den bestimmte Zustände vermitteln, entscheidet der »Broken Windows«-Theorie zufolge über das Verhalten der Menschen, etwa ob sie zur sozialen Zusammenarbeit oder Aufrechterhaltung der Ordnung bereit sind. Diese Sichtweise hat zu einer „Null-Toleranz-Strategie“ geführt, nach der etwa die Stadt New York schon kleinsten Anzeichen einer Verwahrlosung entgegenwirkt, damit nirgendwo der Eindruck entsteht, die sozialen Normen seien außer Kraft.

Über die „Broken-Windows-Theorie“ wird heftig diskutiert.

Forscher am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeingütern (http://www.coll.mpg.de) konnten nun in Experimenten den großen Einfluß der Erwartungshaltung auf das menschliche Verhalten bestätigen. Für eine Studie ließen sie Versuchspersonen in London und Bonn Gemeinwohlspiele durchlaufen, bei denen sich zeigte, daß die Annahme, wie sich die Mitspieler verhalten werden, auch das eigene Verhalten deutlich bestimmt. Wer glaubt, daß die anderen egoistisch handeln, stößt tatsächlich häufiger auf unkooperatives Verhalten und richtet sich auch selbst danach. Oder, wie Studienleiter Michael Kurschilgen die Ergebnisse zusammenfaßt: „Wer andere für Egoisten hält, handelt auch selbst meist egoistisch!“

Interessant war auch ein weiterer Aspekt: Während die Versuchspersonen in Bonn sich in dem Spiel zunächst sehr kooperativ verhielten (82 Prozent zahlten für ein Gemeinschaftsprojekt ein), sank die Kooperationsbereitschaft deutlich, nachdem die Bonner über das Londoner Ergebnis informiert worden waren, wo nur 43 Prozent für das Projekt eingezahlt hatten. Menschen lassen sich also in besonders hohem Maß von ihrer Erwartungshaltung leiten, wenn diese egoistische Tendenzen zeigt.

Die Forscher folgern daraus, daß jeder Cent für den Substanzerhalt von Wohnvierteln nicht nur Stadtkosmetik, sondern auch ein guter Schutz vor Kriminalität ist.

Im Grunde bestätigen die Forschungsergebnisse ein einfaches Schöpfungsgesetz: die Anziehung der Gleichart. Und leider findet die egoistische Haltung, wie sie typisch für das Vorteilsstreben unseres Verstandes ist, leichter ihre Gleichart als eine soziale, werteorientierte Gesinnung, die geistige Mühe und Regsamkeit erfordert. Insofern ist es wohl wirklich die beste Lösung, dafür zu sorgen, daß zerbrochene Fenster oder vermüllte Straßen von vornherein keine „Anziehungskraft“ entfalten können.



Autor: Werner Huemer
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