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Startseite›Themenbereiche›Religion›„Christus starb nicht für alle“
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Jesu Tod am Kreuz

„Christus starb nicht für alle“

Erlöste Jesus Christus durch seinen Kreuzestod doch nicht die ganze Menschheit? Gedanken zu einer bemerkenswerten Anordnung von Papst Benedikt XVI.


Eine Christus-Darstellung von Rocco Marconi, Venedig, ca. 1520

Auch wenn es sich nicht um einen lateinischen Originaltext handeln kann, da die Evangelien in Altgriechisch verfaßt wurden – tatsächlich heißt es bei Matthäus: „… das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ (26, 28) Ähnlich bei Markus: „Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“ (14, 24)

Dieses kleine Wörtchen „viele“ – welch ein Unterschied in der Bedeutung, ein Quantensprung in der Geschichte der katholischen Kirche! Auch wenn diese Änderung erst in zwei Jahren umgesetzt werden soll: Damit gibt Papst Benedikt im Umkehrschluß zu, daß Jesu Kreuzestod nicht automatisch die Erlösung der Menschheit bedeutete, sondern daß es wesentlich mehr dazu bedarf.

Nicht nur Jesu Kreuzestod, nicht der Glaube allein reichen aus. Es erfordert Taten nach dem Willen Gottes: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel“, so heißt es in Matth. 7, 21. Weiter, in Matth. 19,16-19, antwortet Jesus auf die Frage eines reichen Mannes: „Was soll ich Gutes tun, daß ich das ewige Leben möge haben?“ folgendermaßen: „Willst du zum Leben eingehen, so halte die Gebote.“ Es geht also darum, sein ganzes Leben, seine Gedanken, Worte und Taten nach den Zehn Geboten und dem Gebot der Nächstenliebe auszurichten. Es bleibt zu hoffen, daß die Gläubigen diese Kehrtwende der katholischen Kirche nun auch verinnerlichen.

Zu Beginn seines Pontifikates ist davon gesprochen worden, daß die Art und Weise, wie man in der Kirche Gottesdienste feiert, dem neuen Papst Benedikt XVI. ein Dorn im Auge sei. Noch als Präfekt der Glaubenskongregation hat Kardinal Ratzinger vieles dazu geschrieben. Dennoch rechneten die wenigsten damit, daß sich so schnell etwas bewegen könnte. Hoffen wir, daß dies nur der Anfang von weiteren, dringend notwendigen Reformen ist! Eine Änderung der Leibfeindlichkeit der katholischen Kirche mit ihrer Einstellung zur Sexualität oder die Aufhebung des Pflichtzölibats wären zwei von vielen Themen, die es anzupacken gilt: Den Zölibat (von lat. caelebs: unverheitatet lebend) gab es in der Frühkirche noch nicht. Damals durften Priester, Bischöfe und Päpste heiraten und eine Familie gründen. Im ersten Timotheusbrief schreibt Paulus in Kap. 3, 1-7 über die Qualitäten, die einen Bischof auszeichnen: „Das ist gewißlich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe. Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?“

Josef Ratzinger, 1970: „Die Kirche der Zukunft … wird neue Formen des Amtes kennen und bewährte Christen, die im Beruf stehen, zu Priestern weihen.“ (in „Glaube und Zukunft“, S. 110)


Literaturhinweis:
Vom Autor dieses Beitrages erschien (unter dem Pseudonym Jan Anders Roth): „Anders, die Suche nach Glück und Wahrheit“, BoD GmbH, Norderstedt 2003, ISBN 3-8330-0297-2



Eine Christus-Darstellung von Rocco Marconi, Venedig, ca. 1520

Auch wenn es sich nicht um einen lateinischen Originaltext handeln kann, da die Evangelien in Altgriechisch verfaßt wurden – tatsächlich heißt es bei Matthäus: „… das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ (26, 28) Ähnlich bei Markus: „Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“ (14, 24)

Dieses kleine Wörtchen „viele“ – welch ein Unterschied in der Bedeutung, ein Quantensprung in der Geschichte der katholischen Kirche! Auch wenn diese Änderung erst in zwei Jahren umgesetzt werden soll: Damit gibt Papst Benedikt im Umkehrschluß zu, daß Jesu Kreuzestod nicht automatisch die Erlösung der Menschheit bedeutete, sondern daß es wesentlich mehr dazu bedarf.

Nicht nur Jesu Kreuzestod, nicht der Glaube allein reichen aus. Es erfordert Taten nach dem Willen Gottes: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel“, so heißt es in Matth. 7, 21. Weiter, in Matth. 19,16-19, antwortet Jesus auf die Frage eines reichen Mannes: „Was soll ich Gutes tun, daß ich das ewige Leben möge haben?“ folgendermaßen: „Willst du zum Leben eingehen, so halte die Gebote.“ Es geht also darum, sein ganzes Leben, seine Gedanken, Worte und Taten nach den Zehn Geboten und dem Gebot der Nächstenliebe auszurichten. Es bleibt zu hoffen, daß die Gläubigen diese Kehrtwende der katholischen Kirche nun auch verinnerlichen.

Zu Beginn seines Pontifikates ist davon gesprochen worden, daß die Art und Weise, wie man in der Kirche Gottesdienste feiert, dem neuen Papst Benedikt XVI. ein Dorn im Auge sei. Noch als Präfekt der Glaubenskongregation hat Kardinal Ratzinger vieles dazu geschrieben. Dennoch rechneten die wenigsten damit, daß sich so schnell etwas bewegen könnte. Hoffen wir, daß dies nur der Anfang von weiteren, dringend notwendigen Reformen ist! Eine Änderung der Leibfeindlichkeit der katholischen Kirche mit ihrer Einstellung zur Sexualität oder die Aufhebung des Pflichtzölibats wären zwei von vielen Themen, die es anzupacken gilt: Den Zölibat (von lat. caelebs: unverheitatet lebend) gab es in der Frühkirche noch nicht. Damals durften Priester, Bischöfe und Päpste heiraten und eine Familie gründen. Im ersten Timotheusbrief schreibt Paulus in Kap. 3, 1-7 über die Qualitäten, die einen Bischof auszeichnen: „Das ist gewißlich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe. Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?“

Josef Ratzinger, 1970: „Die Kirche der Zukunft … wird neue Formen des Amtes kennen und bewährte Christen, die im Beruf stehen, zu Priestern weihen.“ (in „Glaube und Zukunft“, S. 110)


Literaturhinweis:
Vom Autor dieses Beitrages erschien (unter dem Pseudonym Jan Anders Roth): „Anders, die Suche nach Glück und Wahrheit“, BoD GmbH, Norderstedt 2003, ISBN 3-8330-0297-2



Autor: Claus Georg Tornai
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  • Gottesdienst
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