Christuskirche Bischofswerda
Alles Irdische ist nur ein Gleichnis …
Welche Symbolik haben Engel, Löwe, Stier und Adler bei den Darstellungen der vier Evangelisten? Gedanken zum Anlass eines Besuchs in der Christuskirche von Bischofswerda.
Zu einer kürzlichen Reise in die kleine Stadt Bischofswerda, dem „Tor zur Oberlausitz“, gehörte selbstverständlich auch ein Besuch der altehrwürdigen Christuskirche. Das im klassizistischen Stil nach einem großen Stadtbrand 1813 wieder errichtete Gotteshaus ist eines der wenigen kirchlichen Gebäude in Ostdeutschland, das sich heute dem Besucher in renoviertem Bestzustand darbietet.
Tief beeindruckt von der klaren Farbgebung, dem strahlenden Weiß, das das Chorgestühl und die einschiffigen Seitenwände bestimmt, steht man staunend vor dem in Gold und hellem Gelb umrahmten Altar, der durch eine warmbraune Deckenbemalung und der königsblauen Farbgebung der drei übereinanderliegenden Seitenlogen besonders betont wird. Rechts und links unter der Decke und auch zu beiden Seiten des Eingangsportals breitet je ein Engel seine Schwingen aus.
Über der Kanzel aber, die sich oberhalb des Altars befindet (!), wird der Blick des Andachtsuchenden auf ein großes Wandbild gerichtet, das die ganze Höhe der Stirnwand einnimmt und im oberen Drittel durch einen Rundbogen eingerahmt ist.
Dieses Gemälde zeigt einen segnenden Christus, „den erhöhten Herrn und die vier Apostel“. Diese finden sich je zwei zu zwei, rechts und links von dem Erlöser, der über ihnen aus himmlischen Höhen, seinen Segen spendet. Vorn, an der linken Seite stehend, erkennt man Matthäus, über ihm einen kleinen Engel, der mit seinem linken Arm nach oben zu dem Herrn weist; gleich neben Matthäus, auf der rechten Seite, etwas größer als dieser, steht der Jünger Johannes, hinter seinem Kopf breitet ein Adler seine Schwingen aus. Unterhalb des Johannes sitzt Lukas in eine Schrift vertieft.
Zu seinen Füßen schaut der Kopf eines Stieres hervor. Gegenüber von Lukas sitzt der Apostel Markus in langem Gewand und neben ihm, zu ebener Erde, sieht man das Antlitz eines Löwen. Dieses Wandbild ist überaus eindrucksvoll.
Nach Verlassen der Kirche denke ich noch lange über das Gesehene nach. Da tauchen Fragen auf. Ich glaube das Christusbild mit den vier Evangelisten verstanden zu haben. Aber welche Bewandtnis hat es mit den vier Gestalten, die dort neben den vier Aposteln zu sehen sind, dem Engel, dem Löwen, dem Adler und dem Stier?
Es müssen Symbole sein, die dort aufgezeigt werden. Symbole sind „Sinnbilder, Zeichen, die stellvertretend für einen nicht wahrnehmbaren geistigen Sachverhalt stehen“, so sagt es das Fremdwörterbuch des Duden. Ich möchte diesen Symbolen gern auf den Grund gehen; oder besser formuliert, ich möchte versuchen, ihre Höhe zu erahnen. -
Um dorthin zu gelangen, muß aber vorher geklärt sein, welche Bedeutung eigentlich die aufgezeichneten Evangelien haben, die die vier Evangelisten zu verfassen berufen waren? Danach wird es dann auch möglich sein, den erwähnten Symbolen näherzukommen. Was ist das, ein Evangelium?
Es ist die durch Menschen erfolgte Aufzeichnung der Botschaft des menschgewordenen Gottessohnes, der in seiner Liebe uns einen Weg zu ewigem Heil zeigt; Jesus selbst hat, wie bekannt, keine Aufzeichnungen hinterlassen.
Es ist die Botschaft von Christus, der für eine begrenzte Dauer als Teil der göttlichen Dreieinigkeit hier auf Erden weilte, um die Menschheit auf ein ständig vor Augen zu haltendes Ziel hinzuweisen, das Möglichkeiten zur Auferstehung aus sündiger Gegenwart in eine erlösende, gottgewollte Zukunft bietet.
Es enthält Aussagen Jesu, die zur Befolgung mahnen, die zu geduldigem Ausharren, zu Wachsein und Beten ermutigen, damit der „Menschensohn“ einst bei seinem verheißenen Kommen Glauben und Überzeugung finden kann. -
Evangelium ist: die Frohbotschaft vom Leben, Wirken und Reden des Christus Jesus, dem Gesalbten, dem Sohn des lebendigen Gottes.
Dieses Evangelium ist in einer Vierzahl festgehalten, wir haben vier Evangelisten, die mit ihren Schriften eine geistige Einheit bilden und in engem Bezug zu den vier berufenen Aposteln Matthäus, Markus, Lukas und Johannes stehen, die von dem Wirken Jesu und seinen Reden berichteten. Dabei bestand nie die Absicht, eine historische Biographie des Jesus von Nazareth zu hinterlassen, wie sonderbarerweise heute von vielen Wissenschaftlern unterstellt wird. Diese bemühen sich zur Zeit besonders intensiv, die überlieferten Schriften als historisch unbrauchbar, ja, als unkorrekt, was Namen, Ereignisse und Zeitabläufe betrifft, zu beweisen.
Nein, die Jünger überlieferten Berichte, die einen geistigen Hintergrund haben, nachhaltig weiterwirkende Bilder, die mehr sind als eine Charakterstudie!
Die vier Apostel, nach denen die Evangelien benannt sind, haben alle den Messias gekannt. Sie lebten in seiner Nähe eine kürzere oder längere Zeit. Sie waren sehr unterschiedlich voneinander und kamen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten. Johannes war ein Fischer, Lukas besaß eine höhere Bildung, man vermutet, daß er der Heilkunst mächtig war, Markus dürfte ebenfalls aus einflußreichem Hause stammen und Matthäus war ein „Steuerinspektor“.
In die Aufzeichnungen der Evangelisten ist auch jeweils die eigene Sichtweise der vier Apostel eingeflossen. Jeder beschreibt das Wirken Jesu aus seiner Sicht. So stimmen die Berichte wohl in vielen Punkten sinngemäß überein, weisen aber auch Unterschiede auf. Matthäus überliefert uns zum Beispiel besonders eindringlich die Worte Jesu bei der Bergpredigt mit den Seligpreisungen.
Lukas, aus dessen Feder auch die Apostelgeschichte stammt, bemüht sich in seiner Schrift, die Bedeutung des Heiligen Geistes hervorzuheben, er zeichnet Jesu Kommen als Erfüllung göttlicher Verheißungen.
Markus beginnt seinen Bericht erst mit dem öffentlichen Auftreten des Heilandes, und Johannes schenkt uns den wunderbaren Prolog zu Beginn seiner Aufzeichnungen, in dem er den Ursprung des Wortes Gottes erläutert. Die Art der Reden Jesu, wie Johannes sie schildert, sind besonders einprägsam. Zeigt er doch darin, wie Jesus die Menschheit zu einer Entscheidung aufruft, aus der unabwendbar Heil oder Unheil für jeden einzelnen erwachsen wird. Er ist es übrigens auch, der die Offenbarung überliefert.
Es dürfte wohl feststehen, daß alle Aufzeichnungen relativ spät, viele Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung, entstanden sind.
Da muß dann zu Recht die Frage auftauchen, wie es möglich war, nach so einer langen Zeit Tatsächliches aus dem Leben Jesu, seinem Wirken, seinen Taten, seinen Reden, noch überliefern zu können? – Die Antwort ist einfach: durch Inspiration, durch Eingebung, durch Erleuchtung, also durch Vermittlung aus „höheren Ebenen“.
Die dabei Tätigen waren Berufene, sie hatten die Möglichkeit zur Erfüllung und geistige Hilfen. Das schließt Irrtümer und Fehler bei den Aufzeichnungen nicht völlig aus.
Wir wissen, daß Gott nicht persönlich in alles Geschehen eingreift. Der Himmel hat eine gottgewollte, belebte Ordnung! Der Herr hat seine Diener, die seinen Willen erfüllen. Die Bibel nennt uns einige, zum Beispiel Engel und Erzengel sowie die Cherubim. Von diesen wird an drei Stellen in der Bibel berichtet.
Es sind vier geflügelte Wesen am Thron vor der Herrlichkeit Gottes, die das Aussehen eines Adlers, eines Löwen, eines Stiers und das eines Menschen tragen. Es sind gewaltige Wesen, die die göttliche Ordnung repräsentieren, Urkräfte, Grundsäulen, die als oberste Diener wirken und herrschen. Dem Propheten Hesekiel werden diese gewaltigen Helfer zweimal gezeigt (Hesekiel 21, 10 u. 10, 14), und in der Offenbarung des Johannes werden sie uns erneut geschildert als die Ausführenden des Gotteswillens beim Jüngsten Gericht. (Offb. 4, 4-11)
Damit haben wir die Antwort auf die Frage nach der Bedeutung der vier Symbole gefunden, mit denen die Apostel auf dem Wandgemälde in der Christuskirche zu Bischofswerda verbunden sind. Es sind Abbilder dieser urgewaltigen Wesen, die aus höchsten Höhen bis zu uns Menschengeistern wirken, um zu helfen, zu mahnen und zu künden. Sie sind es letztlich, die die geistigen Bilder den Aposteln nahezubringen bemüht waren. Je nachdem, wie sich Matthäus, Markus, Lukas und Johannes ihnen öffneten, konnten die Evangelisten als von Gott dafür Berufene diese Bilder der hohen Wesen empfangen und umsetzen. Solcherart inspiriert wurde das Evangelium aufgeschrieben.
Wie sonst sollte uns wohl Kunde von dem Allerhöchsten kommen? Woher sollten wir wissen, daß Gott das Licht, die Wahrheit und das Leben ist, wie Johannes es uns schildert? Woher sollten wir die Kündigung des Engels erfahren, der Maria erschien? -
Woher sollten wir von der Versuchung wissen, die durch den Teufel in der Wüste geschah, und woher sollte uns Kunde kommen von dem erschütternden Gebet, das Jesus vor seinem Tode im Garten von Gethsemane mit seinem himmlischen Vater führte, wenn uns nicht aus „höherer Quelle“, aus höchsten Höhen davon berichtet worden wäre; denn bei all diesen Ereignissen war ja gewiß kein Außenstehender dabei!
Die vier Wesen, die dort auf dem Wandbild neben den Aposteln sichtbar sind, sind symbolische Zeugen der vier geflügelten, himmlischen Wesen, der helfenden Diener und Boten Gottes, die den Aposteln als lichte Führer zur Seite standen.-
Wenn man das Wandbild in der Christuskirche zu Bischofswerda betrachtet, kann man ein wenig ahnen, welche Hilfen uns aus geistigen Höhen geboten wurden und immer noch geboten werden. Wie heißt es so schön am Ende von „Faust II“: „Alles Irdische ist nur ein Gleichnis, das Unzulängliche, hier wird’s Ereignis!“.
Zu einer kürzlichen Reise in die kleine Stadt Bischofswerda, dem „Tor zur Oberlausitz“, gehörte selbstverständlich auch ein Besuch der altehrwürdigen Christuskirche. Das im klassizistischen Stil nach einem großen Stadtbrand 1813 wieder errichtete Gotteshaus ist eines der wenigen kirchlichen Gebäude in Ostdeutschland, das sich heute dem Besucher in renoviertem Bestzustand darbietet.
Tief beeindruckt von der klaren Farbgebung, dem strahlenden Weiß, das das Chorgestühl und die einschiffigen Seitenwände bestimmt, steht man staunend vor dem in Gold und hellem Gelb umrahmten Altar, der durch eine warmbraune Deckenbemalung und der königsblauen Farbgebung der drei übereinanderliegenden Seitenlogen besonders betont wird. Rechts und links unter der Decke und auch zu beiden Seiten des Eingangsportals breitet je ein Engel seine Schwingen aus.
Über der Kanzel aber, die sich oberhalb des Altars befindet (!), wird der Blick des Andachtsuchenden auf ein großes Wandbild gerichtet, das die ganze Höhe der Stirnwand einnimmt und im oberen Drittel durch einen Rundbogen eingerahmt ist.
Dieses Gemälde zeigt einen segnenden Christus, „den erhöhten Herrn und die vier Apostel“. Diese finden sich je zwei zu zwei, rechts und links von dem Erlöser, der über ihnen aus himmlischen Höhen, seinen Segen spendet. Vorn, an der linken Seite stehend, erkennt man Matthäus, über ihm einen kleinen Engel, der mit seinem linken Arm nach oben zu dem Herrn weist; gleich neben Matthäus, auf der rechten Seite, etwas größer als dieser, steht der Jünger Johannes, hinter seinem Kopf breitet ein Adler seine Schwingen aus. Unterhalb des Johannes sitzt Lukas in eine Schrift vertieft.
Zu seinen Füßen schaut der Kopf eines Stieres hervor. Gegenüber von Lukas sitzt der Apostel Markus in langem Gewand und neben ihm, zu ebener Erde, sieht man das Antlitz eines Löwen. Dieses Wandbild ist überaus eindrucksvoll.
Nach Verlassen der Kirche denke ich noch lange über das Gesehene nach. Da tauchen Fragen auf. Ich glaube das Christusbild mit den vier Evangelisten verstanden zu haben. Aber welche Bewandtnis hat es mit den vier Gestalten, die dort neben den vier Aposteln zu sehen sind, dem Engel, dem Löwen, dem Adler und dem Stier?
Es müssen Symbole sein, die dort aufgezeigt werden. Symbole sind „Sinnbilder, Zeichen, die stellvertretend für einen nicht wahrnehmbaren geistigen Sachverhalt stehen“, so sagt es das Fremdwörterbuch des Duden. Ich möchte diesen Symbolen gern auf den Grund gehen; oder besser formuliert, ich möchte versuchen, ihre Höhe zu erahnen. -
Um dorthin zu gelangen, muß aber vorher geklärt sein, welche Bedeutung eigentlich die aufgezeichneten Evangelien haben, die die vier Evangelisten zu verfassen berufen waren? Danach wird es dann auch möglich sein, den erwähnten Symbolen näherzukommen. Was ist das, ein Evangelium?
Es ist die durch Menschen erfolgte Aufzeichnung der Botschaft des menschgewordenen Gottessohnes, der in seiner Liebe uns einen Weg zu ewigem Heil zeigt; Jesus selbst hat, wie bekannt, keine Aufzeichnungen hinterlassen.
Es ist die Botschaft von Christus, der für eine begrenzte Dauer als Teil der göttlichen Dreieinigkeit hier auf Erden weilte, um die Menschheit auf ein ständig vor Augen zu haltendes Ziel hinzuweisen, das Möglichkeiten zur Auferstehung aus sündiger Gegenwart in eine erlösende, gottgewollte Zukunft bietet.
Es enthält Aussagen Jesu, die zur Befolgung mahnen, die zu geduldigem Ausharren, zu Wachsein und Beten ermutigen, damit der „Menschensohn“ einst bei seinem verheißenen Kommen Glauben und Überzeugung finden kann. -
Evangelium ist: die Frohbotschaft vom Leben, Wirken und Reden des Christus Jesus, dem Gesalbten, dem Sohn des lebendigen Gottes.
Dieses Evangelium ist in einer Vierzahl festgehalten, wir haben vier Evangelisten, die mit ihren Schriften eine geistige Einheit bilden und in engem Bezug zu den vier berufenen Aposteln Matthäus, Markus, Lukas und Johannes stehen, die von dem Wirken Jesu und seinen Reden berichteten. Dabei bestand nie die Absicht, eine historische Biographie des Jesus von Nazareth zu hinterlassen, wie sonderbarerweise heute von vielen Wissenschaftlern unterstellt wird. Diese bemühen sich zur Zeit besonders intensiv, die überlieferten Schriften als historisch unbrauchbar, ja, als unkorrekt, was Namen, Ereignisse und Zeitabläufe betrifft, zu beweisen.
Nein, die Jünger überlieferten Berichte, die einen geistigen Hintergrund haben, nachhaltig weiterwirkende Bilder, die mehr sind als eine Charakterstudie!
Die vier Apostel, nach denen die Evangelien benannt sind, haben alle den Messias gekannt. Sie lebten in seiner Nähe eine kürzere oder längere Zeit. Sie waren sehr unterschiedlich voneinander und kamen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten. Johannes war ein Fischer, Lukas besaß eine höhere Bildung, man vermutet, daß er der Heilkunst mächtig war, Markus dürfte ebenfalls aus einflußreichem Hause stammen und Matthäus war ein „Steuerinspektor“.
In die Aufzeichnungen der Evangelisten ist auch jeweils die eigene Sichtweise der vier Apostel eingeflossen. Jeder beschreibt das Wirken Jesu aus seiner Sicht. So stimmen die Berichte wohl in vielen Punkten sinngemäß überein, weisen aber auch Unterschiede auf. Matthäus überliefert uns zum Beispiel besonders eindringlich die Worte Jesu bei der Bergpredigt mit den Seligpreisungen.
Lukas, aus dessen Feder auch die Apostelgeschichte stammt, bemüht sich in seiner Schrift, die Bedeutung des Heiligen Geistes hervorzuheben, er zeichnet Jesu Kommen als Erfüllung göttlicher Verheißungen.
Markus beginnt seinen Bericht erst mit dem öffentlichen Auftreten des Heilandes, und Johannes schenkt uns den wunderbaren Prolog zu Beginn seiner Aufzeichnungen, in dem er den Ursprung des Wortes Gottes erläutert. Die Art der Reden Jesu, wie Johannes sie schildert, sind besonders einprägsam. Zeigt er doch darin, wie Jesus die Menschheit zu einer Entscheidung aufruft, aus der unabwendbar Heil oder Unheil für jeden einzelnen erwachsen wird. Er ist es übrigens auch, der die Offenbarung überliefert.
Es dürfte wohl feststehen, daß alle Aufzeichnungen relativ spät, viele Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung, entstanden sind.
Da muß dann zu Recht die Frage auftauchen, wie es möglich war, nach so einer langen Zeit Tatsächliches aus dem Leben Jesu, seinem Wirken, seinen Taten, seinen Reden, noch überliefern zu können? – Die Antwort ist einfach: durch Inspiration, durch Eingebung, durch Erleuchtung, also durch Vermittlung aus „höheren Ebenen“.
Die dabei Tätigen waren Berufene, sie hatten die Möglichkeit zur Erfüllung und geistige Hilfen. Das schließt Irrtümer und Fehler bei den Aufzeichnungen nicht völlig aus.
Wir wissen, daß Gott nicht persönlich in alles Geschehen eingreift. Der Himmel hat eine gottgewollte, belebte Ordnung! Der Herr hat seine Diener, die seinen Willen erfüllen. Die Bibel nennt uns einige, zum Beispiel Engel und Erzengel sowie die Cherubim. Von diesen wird an drei Stellen in der Bibel berichtet.
Es sind vier geflügelte Wesen am Thron vor der Herrlichkeit Gottes, die das Aussehen eines Adlers, eines Löwen, eines Stiers und das eines Menschen tragen. Es sind gewaltige Wesen, die die göttliche Ordnung repräsentieren, Urkräfte, Grundsäulen, die als oberste Diener wirken und herrschen. Dem Propheten Hesekiel werden diese gewaltigen Helfer zweimal gezeigt (Hesekiel 21, 10 u. 10, 14), und in der Offenbarung des Johannes werden sie uns erneut geschildert als die Ausführenden des Gotteswillens beim Jüngsten Gericht. (Offb. 4, 4-11)
Damit haben wir die Antwort auf die Frage nach der Bedeutung der vier Symbole gefunden, mit denen die Apostel auf dem Wandgemälde in der Christuskirche zu Bischofswerda verbunden sind. Es sind Abbilder dieser urgewaltigen Wesen, die aus höchsten Höhen bis zu uns Menschengeistern wirken, um zu helfen, zu mahnen und zu künden. Sie sind es letztlich, die die geistigen Bilder den Aposteln nahezubringen bemüht waren. Je nachdem, wie sich Matthäus, Markus, Lukas und Johannes ihnen öffneten, konnten die Evangelisten als von Gott dafür Berufene diese Bilder der hohen Wesen empfangen und umsetzen. Solcherart inspiriert wurde das Evangelium aufgeschrieben.
Wie sonst sollte uns wohl Kunde von dem Allerhöchsten kommen? Woher sollten wir wissen, daß Gott das Licht, die Wahrheit und das Leben ist, wie Johannes es uns schildert? Woher sollten wir die Kündigung des Engels erfahren, der Maria erschien? -
Woher sollten wir von der Versuchung wissen, die durch den Teufel in der Wüste geschah, und woher sollte uns Kunde kommen von dem erschütternden Gebet, das Jesus vor seinem Tode im Garten von Gethsemane mit seinem himmlischen Vater führte, wenn uns nicht aus „höherer Quelle“, aus höchsten Höhen davon berichtet worden wäre; denn bei all diesen Ereignissen war ja gewiß kein Außenstehender dabei!
Die vier Wesen, die dort auf dem Wandbild neben den Aposteln sichtbar sind, sind symbolische Zeugen der vier geflügelten, himmlischen Wesen, der helfenden Diener und Boten Gottes, die den Aposteln als lichte Führer zur Seite standen.-
Wenn man das Wandbild in der Christuskirche zu Bischofswerda betrachtet, kann man ein wenig ahnen, welche Hilfen uns aus geistigen Höhen geboten wurden und immer noch geboten werden. Wie heißt es so schön am Ende von „Faust II“: „Alles Irdische ist nur ein Gleichnis, das Unzulängliche, hier wird’s Ereignis!“.
Autor: Martin Ernst
