Buchempfehlung
Sieben Minuten nach Mitternacht
Was geschieht Conor O'Malley sieben Minuten nach Mitternacht? – Ein Buch von Patrick Ness und Siobhan Dowd
Conor ist dreizehn Jahre alt. Er lebt allein bei seiner Mutter, sein Vater ist ausgezogen und wohnt weit weg mit seiner neuen Familie. In der Schule hat Conor permanent Ärger mit Harry, und auf seine Freundin Lily aus Kindertagen ist er sauer, weil sie den Mund nicht halten konnte. Seit einiger Zeit plagen Conor Alpträume – genauer gesagt plagt ihn ein Alptraum, der immer wiederkehrt. Aber darüber spricht er nicht, mit niemandem. Was jedoch das Allerschlimmste ist – Conors Mutter ist krank. Sehr krank! Sie hat Krebs. Er hilft ihr, wenn sie so müde ist von den Behandlungen. Er steht morgens allein auf, macht sich sein Frühstück, stellt die Waschmaschine an. Seine Mutter hat deswegen ein schlechtes Gewissen, und auch, weil sie so schwach ist. Manchmal kommt seine Großmutter, um sie zu unterstützen. Conor mag sie nicht besonders. Außerdem findet er, daß er und seine Mutter alles ganz gut allein schaffen.
Was also passiert nun sieben Minuten nach Mitternacht? Ein weiterer Alptraum? Man könnte es annehmen, denn Conor hat jede Nacht, genau sieben Minuten nach Mitternacht, eine Begegnung mit einem Monster. Es ist riesengroß, dunkel, unfaßbar stark, und es brüllt so laut, daß der Putz von den Wänden fällt. Aber – Conor hat keine Angst! Das wundert ihn selbst: „Es ist nur ein Traum“, sagte Conor sich, als er im Garten stand und zu dem Monster aufsah, dessen Silhouette sich vor dem Nachthimmel abzeichnete. […] Er ließ sich […] nicht aus der Ruhe bringen. Was merkwürdig war. […] Keine Angst, keine Panik, keine Finsternis, damit fing es schon mal an. Und doch sah er hier ein Monster vor sich, so klar wie in der klarsten Nacht.“
Das Monster und Conor gehen ein Stück des weiteren Weges gemeinsam. Zunächst weiß Conor nicht, was es von ihm will. Dabei behauptet das Monster, daß er, Conor, es selbst gerufen habe. Es erzählt ihm merkwürdige Geschichten, die er eigentlich nicht versteht, weil sie immer überraschend enden. Er ist sogar empört über das, was dieses Monster ihm da als Wahrheit erzählt. Doch am Ende lehrt es ihn, eben dieser Wahrheit ins Gesicht zu schauen. Und endlich … ergreift Conor das Leben, um es festzuhalten.
Ein im wahrsten Sinne des Wortes fantastisches, ein tief bewegendes und zu Herzen gehendes Buch. Warum geht diese Geschichte mir persönlich so sehr ans Herz? Vielleicht weil ich mich daran erinnere, wie sehr ich als Kind Angst davor hatte, daß meine Eltern sterben könnten. Kennen wir diese kindlichen Gedanken nicht alle? Ich erzählte meiner Mutter von meinen Befürchtungen. Sie beruhigte mich mit den Worten: „Du brauchst keine Angst zu haben. Wenn wir sterben, sind wir ganz alt. Viel älter als deine Oma und dein Opa jetzt. Dann bist du selbst schon lange erwachsen, und dann ist es nicht mehr so schwer.“ Meine Mutter ist heute achtzig Jahre alt, und mein Vater schon seit achtzehn Jahren tot. Damals war ich Mitte dreißig, und es war die erste große Erschütterung in meinem Leben. Meine Großeltern starben erst einige Jahre danach im hohen Alter. Diese Erschütterung veranlaßte mich, Fragen zu stellen nach dem Wohin und Woher. Heute, achtzehn Jahre später, habe ich viele gute Antworten gefunden.
Patrick Ness hat diesen erstaunlichen Roman nach einer Idee der Jugendbuchautorin Siobhan Dowd (weiter-)geschrieben, die, nachdem sie die Geschichte begonnen hatte, verstarb. Ein Roman über Leben und Sterben, über Angst und Erstarrung und über die Gefahren, die Wahrheit zu leugnen. Diese Gefahr bringt Monsterhaftes hervor, noch viel furchterregender als das Monster, das Conor O'Malley trifft … sieben Minuten nach Mitternacht.
Eine Geschichte von Not und Schwäche, von Mut und Stärke und von der Liebe, die gnädig die Wunden heilt.
Der Verlag bringt das Buch in zwei Ausführungen – für Erwachsene und auch als Jugendbuch – heraus. Die Bücher sind von Jim Kay illustriert, vorherrschend dunkel, doch nie düster und bedrückend. Die eindrucksvollen Zeichnungen sind ausgezeichnet mit der Geschichte verwoben. Die Sprache des Romans ist klar und beseelt, nie pathetisch. Deshalb ist sie anrührend und hält für den Leser immer die Hoffnung aufrecht, daß alles gut wird. Und so ist das Ende: gut.
ISBN 978-3-442-31280-1 (Belletristikausgabe)
ISBN 978-3-570-15374-1 (Jugendbuchausgabe)
Auch als Hörbuch erhältlich, gelesen von Maria Furtwängler
Conor ist dreizehn Jahre alt. Er lebt allein bei seiner Mutter, sein Vater ist ausgezogen und wohnt weit weg mit seiner neuen Familie. In der Schule hat Conor permanent Ärger mit Harry, und auf seine Freundin Lily aus Kindertagen ist er sauer, weil sie den Mund nicht halten konnte. Seit einiger Zeit plagen Conor Alpträume – genauer gesagt plagt ihn ein Alptraum, der immer wiederkehrt. Aber darüber spricht er nicht, mit niemandem. Was jedoch das Allerschlimmste ist – Conors Mutter ist krank. Sehr krank! Sie hat Krebs. Er hilft ihr, wenn sie so müde ist von den Behandlungen. Er steht morgens allein auf, macht sich sein Frühstück, stellt die Waschmaschine an. Seine Mutter hat deswegen ein schlechtes Gewissen, und auch, weil sie so schwach ist. Manchmal kommt seine Großmutter, um sie zu unterstützen. Conor mag sie nicht besonders. Außerdem findet er, daß er und seine Mutter alles ganz gut allein schaffen.
Was also passiert nun sieben Minuten nach Mitternacht? Ein weiterer Alptraum? Man könnte es annehmen, denn Conor hat jede Nacht, genau sieben Minuten nach Mitternacht, eine Begegnung mit einem Monster. Es ist riesengroß, dunkel, unfaßbar stark, und es brüllt so laut, daß der Putz von den Wänden fällt. Aber – Conor hat keine Angst! Das wundert ihn selbst: „Es ist nur ein Traum“, sagte Conor sich, als er im Garten stand und zu dem Monster aufsah, dessen Silhouette sich vor dem Nachthimmel abzeichnete. […] Er ließ sich […] nicht aus der Ruhe bringen. Was merkwürdig war. […] Keine Angst, keine Panik, keine Finsternis, damit fing es schon mal an. Und doch sah er hier ein Monster vor sich, so klar wie in der klarsten Nacht.“
Das Monster und Conor gehen ein Stück des weiteren Weges gemeinsam. Zunächst weiß Conor nicht, was es von ihm will. Dabei behauptet das Monster, daß er, Conor, es selbst gerufen habe. Es erzählt ihm merkwürdige Geschichten, die er eigentlich nicht versteht, weil sie immer überraschend enden. Er ist sogar empört über das, was dieses Monster ihm da als Wahrheit erzählt. Doch am Ende lehrt es ihn, eben dieser Wahrheit ins Gesicht zu schauen. Und endlich … ergreift Conor das Leben, um es festzuhalten.
Ein im wahrsten Sinne des Wortes fantastisches, ein tief bewegendes und zu Herzen gehendes Buch. Warum geht diese Geschichte mir persönlich so sehr ans Herz? Vielleicht weil ich mich daran erinnere, wie sehr ich als Kind Angst davor hatte, daß meine Eltern sterben könnten. Kennen wir diese kindlichen Gedanken nicht alle? Ich erzählte meiner Mutter von meinen Befürchtungen. Sie beruhigte mich mit den Worten: „Du brauchst keine Angst zu haben. Wenn wir sterben, sind wir ganz alt. Viel älter als deine Oma und dein Opa jetzt. Dann bist du selbst schon lange erwachsen, und dann ist es nicht mehr so schwer.“ Meine Mutter ist heute achtzig Jahre alt, und mein Vater schon seit achtzehn Jahren tot. Damals war ich Mitte dreißig, und es war die erste große Erschütterung in meinem Leben. Meine Großeltern starben erst einige Jahre danach im hohen Alter. Diese Erschütterung veranlaßte mich, Fragen zu stellen nach dem Wohin und Woher. Heute, achtzehn Jahre später, habe ich viele gute Antworten gefunden.
Patrick Ness hat diesen erstaunlichen Roman nach einer Idee der Jugendbuchautorin Siobhan Dowd (weiter-)geschrieben, die, nachdem sie die Geschichte begonnen hatte, verstarb. Ein Roman über Leben und Sterben, über Angst und Erstarrung und über die Gefahren, die Wahrheit zu leugnen. Diese Gefahr bringt Monsterhaftes hervor, noch viel furchterregender als das Monster, das Conor O'Malley trifft … sieben Minuten nach Mitternacht.
Eine Geschichte von Not und Schwäche, von Mut und Stärke und von der Liebe, die gnädig die Wunden heilt.
Der Verlag bringt das Buch in zwei Ausführungen – für Erwachsene und auch als Jugendbuch – heraus. Die Bücher sind von Jim Kay illustriert, vorherrschend dunkel, doch nie düster und bedrückend. Die eindrucksvollen Zeichnungen sind ausgezeichnet mit der Geschichte verwoben. Die Sprache des Romans ist klar und beseelt, nie pathetisch. Deshalb ist sie anrührend und hält für den Leser immer die Hoffnung aufrecht, daß alles gut wird. Und so ist das Ende: gut.
ISBN 978-3-442-31280-1 (Belletristikausgabe)
ISBN 978-3-570-15374-1 (Jugendbuchausgabe)
Auch als Hörbuch erhältlich, gelesen von Maria Furtwängler
Autor: Marion Knoop
