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Buchemfpehlung

Draußen nur Kännchen

Meine deutschen Fundstücke

Ein beeindruckendes Werk von Asfa-Wossen Asserate

Während ein äthiopischer Prinz in den 1970er Jahren in Tübingen studiert, findet in seiner Heimat ein Umsturz statt. Sein Vater wird ermordet, die Mutter und viele Verwandte verbringen 15 Jahre in Gefängnissen.

Es erstaunt, in welche Tiefen die Wurzeln reichen, die dieser Autor in Deutschland, seiner zweiten Heimat, schlägt. Für alle deutschsprachig Geborenen ist nicht nur interessant, welche „Fundstücke“ (der Untertitel dieses Buches) er beschreibt; sei es die Art, wie die Deutschen ihre eigene Identität sehen, sei es der Filterkaffee, die Kartoffel oder das „flüssige Brot“, Manieren in der Geschäftswelt, die Freude an Literatur oder die Sprache, die er selbst meisterhaft beherrscht. Köstlich ist, wie er den Bogen von einem nur für unsere Sprache typischen Begriff, dem „inneren Schweinehund“ zum kategorischen Imperativ von Kant spannt. Der Reichtum seines Ausdrucks, die Verknüpfungen des Erlebten und die immer liebevolle Art, wie er deutsche Eigenheiten beschreibt, wirken erheiternd, stimmen aber auch oft sehr nachdenklich, besonders, wenn er mit aller Deutlichkeit den Finger auf eine Wunde legt. Das geschieht niemals anklagend oder mit lauter Kritik, sondern er macht in sehr feiner Art darauf aufmerksam, oft, indem er das Gegenteil einer Handlungsweise als Vorbild vor Augen stellt. In dieser Hinsicht ist „Draußen nur Kännchen“ geradezu ein Lehrbuch.

Scherz Verlag, Frankfurt am Main 2010,

ISBN 978-3-502-15157-9

 

 


Während ein äthiopischer Prinz in den 1970er Jahren in Tübingen studiert, findet in seiner Heimat ein Umsturz statt. Sein Vater wird ermordet, die Mutter und viele Verwandte verbringen 15 Jahre in Gefängnissen.

Es erstaunt, in welche Tiefen die Wurzeln reichen, die dieser Autor in Deutschland, seiner zweiten Heimat, schlägt. Für alle deutschsprachig Geborenen ist nicht nur interessant, welche „Fundstücke“ (der Untertitel dieses Buches) er beschreibt; sei es die Art, wie die Deutschen ihre eigene Identität sehen, sei es der Filterkaffee, die Kartoffel oder das „flüssige Brot“, Manieren in der Geschäftswelt, die Freude an Literatur oder die Sprache, die er selbst meisterhaft beherrscht. Köstlich ist, wie er den Bogen von einem nur für unsere Sprache typischen Begriff, dem „inneren Schweinehund“ zum kategorischen Imperativ von Kant spannt. Der Reichtum seines Ausdrucks, die Verknüpfungen des Erlebten und die immer liebevolle Art, wie er deutsche Eigenheiten beschreibt, wirken erheiternd, stimmen aber auch oft sehr nachdenklich, besonders, wenn er mit aller Deutlichkeit den Finger auf eine Wunde legt. Das geschieht niemals anklagend oder mit lauter Kritik, sondern er macht in sehr feiner Art darauf aufmerksam, oft, indem er das Gegenteil einer Handlungsweise als Vorbild vor Augen stellt. In dieser Hinsicht ist „Draußen nur Kännchen“ geradezu ein Lehrbuch.

Scherz Verlag, Frankfurt am Main 2010,

ISBN 978-3-502-15157-9

 

 



Autor: Gertraud Schmitt (Tel.: 08293 - 1380)
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