Paul Busson
Die Wiedergeburt des Melchior Dronte
Der Roman einer Seelenwanderung
Durch Zufall gelangte der Roman des vergessenen österreichischen Schriftstellers Paul Busson (1873–1924) in meine Hände. Die sonderbare Erzählung des Sennon Vorauf fesselte mich 425 Seiten lang durch die Spannung der Handlung und die Schönheit der Sprache. Ein Buch, das man mit dem befriedigten Empfinden der Verinnerlichung aus der Hand legt und von dessen Art es heute leider keine mehr gibt. Doch der interessierte Leser sei getröstet, unter www.zvab.com sind im Internet noch reichlich Werke des Autors zu einem geringen Preis käuflich zu erwerben. Der Roman wird als „phantastisch“ und „magisch-mysthisch“ eingeordnet, was für einige Passagen des Werkes sicher zutreffend ist, doch wer sich seine geistige Empfindung noch bewahrt hat, wird spüren, daß tiefes Wissen dem Autor die Feder geführt hat. Erzählt werden die Erinnerungen des Sennon Vorauf an sein vorheriges Leben als Melchior Dronte, Sproß eines alten Adelsgeschlechtes, der vom Wesen her empfindsam und gutherzig ist, doch durch die Hartherzigkeit des Vaters und entsprechende Gesellschaft schlecht wird. Höhepunkt seiner Ausschweifungen ist der Tod eines Gegners im Duell, woraufhin er fliehen muß und als gemeiner Mann zu den Soldaten geht. Es ist die Zeit des Siebenjährigen Krieges, und ohne die Privilegien des Adels muß er Furchtbares erdulden; doch gleichzeitig ist dies ein Läuterungsprozeß, der dem moralisch tief Gesunkenen zur Heilung dient. Auf wunderbare Weise gelangt der Ausgestoßene zu einem Schatz, der es ihm ermöglicht, wieder in der seinem äußeren Stande und nunmehr auch inneren Zustande gemäßen Art zu leben. Viele Abenteuer und Erkenntnisse warten noch auf den Geläuterten; es sei nicht zuviel verraten, um die Spannung und den Genuß der Lektüre nicht vorweg zu nehmen. Soviel sei jedoch gesagt: Die Angst vor dem Tode wird dem Leser genommen und auch, daß im Bewußtsein, daß das Leben mit dem irdischen Abscheiden nicht endet, viele Aufregungen des Alltags als klein und nichtig, ja unbedeutend erscheinen.
Rikola, Wien 1922
Durch Zufall gelangte der Roman des vergessenen österreichischen Schriftstellers Paul Busson (1873–1924) in meine Hände. Die sonderbare Erzählung des Sennon Vorauf fesselte mich 425 Seiten lang durch die Spannung der Handlung und die Schönheit der Sprache. Ein Buch, das man mit dem befriedigten Empfinden der Verinnerlichung aus der Hand legt und von dessen Art es heute leider keine mehr gibt. Doch der interessierte Leser sei getröstet, unter www.zvab.com sind im Internet noch reichlich Werke des Autors zu einem geringen Preis käuflich zu erwerben. Der Roman wird als „phantastisch“ und „magisch-mysthisch“ eingeordnet, was für einige Passagen des Werkes sicher zutreffend ist, doch wer sich seine geistige Empfindung noch bewahrt hat, wird spüren, daß tiefes Wissen dem Autor die Feder geführt hat. Erzählt werden die Erinnerungen des Sennon Vorauf an sein vorheriges Leben als Melchior Dronte, Sproß eines alten Adelsgeschlechtes, der vom Wesen her empfindsam und gutherzig ist, doch durch die Hartherzigkeit des Vaters und entsprechende Gesellschaft schlecht wird. Höhepunkt seiner Ausschweifungen ist der Tod eines Gegners im Duell, woraufhin er fliehen muß und als gemeiner Mann zu den Soldaten geht. Es ist die Zeit des Siebenjährigen Krieges, und ohne die Privilegien des Adels muß er Furchtbares erdulden; doch gleichzeitig ist dies ein Läuterungsprozeß, der dem moralisch tief Gesunkenen zur Heilung dient. Auf wunderbare Weise gelangt der Ausgestoßene zu einem Schatz, der es ihm ermöglicht, wieder in der seinem äußeren Stande und nunmehr auch inneren Zustande gemäßen Art zu leben. Viele Abenteuer und Erkenntnisse warten noch auf den Geläuterten; es sei nicht zuviel verraten, um die Spannung und den Genuß der Lektüre nicht vorweg zu nehmen. Soviel sei jedoch gesagt: Die Angst vor dem Tode wird dem Leser genommen und auch, daß im Bewußtsein, daß das Leben mit dem irdischen Abscheiden nicht endet, viele Aufregungen des Alltags als klein und nichtig, ja unbedeutend erscheinen.
Rikola, Wien 1922
Autor: Corinna Hübener
