Krisenbewältigung
Absturz der Weltfinanzen
Die Ursachen für den Absturz der Weltfinanzen sind nicht schwer zu verstehen. Aber gibt es gangbare Wege aus der Krise?
Ausgewogenheit zwischen Aktiv und Passiv
Die handfeste Weltfinanzkrise ist da – aber erst in den Anfängen! Allmählich wanken alle Strukturen und erzeugen ein sich ständig steigerndes Gefühl der Besorgnis. Neu ist zur Zeit, daß alle Lösungsmaßnahmen, ob sie nun aus der Wirtschaft oder der Politik kommen, seltsam unkoordiniert wirken und sich immer mehr widersprechen! Die Hoffnung auf Besserung der Lage scheint immer mehr einer großen Hilflosigkeit Platz zu machen.
Haben wir es bei der großen Finanzkrise mit einem Geschehen zu tun, das uns überraschend heimsucht? Oder gab es schon lange Zeit im Vorfeld warnende Anzeichen? Folgt das immer chaotischere Geschehen auf den Finanzmärkten noch einem gesetzmäßigen Ablauf – oder hat es längst jede ordnende Struktur verlassen? Kann man der Krise Herr werden? Fragen, die sich wohl jeder heute stellt!
Ein spirituell denkender Mensch wird auf allen Gebieten des Lebens grundsätzlich von der Wirkung eines zentralen Schöpfungsgesetzes ausgehen: dem Gesetz von Ursache – Wirkung – Rückwirkung, oder kurz, dem Gesetz der Wechselwirkung. Auch die Finanzwelt kann sich den Auswirkungen dieses universalen Gesetzes nicht entziehen! Deswegen sind die heutigen Krisen von ganzheitlicher denkenden Menschen schon seit langem treffsicher vorausgesehen worden.
Wie die Ernte, so die Saat! Ist die Ernte schlecht, kann die Saat nicht gut gewesen sein! Sie heißt im Geldbereich: Habgier, Geiz und mangelnde Rücksicht auf die Lebensbedürfnisse anderer Menschen, ganzer Völker sowie der Natur. Bei einem den Naturgesetzen entsprechenden Geldwesen wären alle heutigen Krisen in diesem Bereich ausgeblieben! Dabei spielt neben dem schon erwähnten Gesetz der Wechselwirkung ein weiteres Gesetz eine große Rolle: das Gesetz vom Ausgleich zwischen Geben und Nehmen. Zeigen sich auf deren Grundlage Lösungsansätze auf?
Die Besonderheit einer wirklichen Ur-Sache ist, daß sie stets einfach, also auf einem leicht verständlichen Urgrund aufgebaut ist. Und so kommen wir auch im Finanzwesen zu einigen schlichten Grundregeln, die unbedingt beachtet werden müssen, wenn das System gesund bleiben soll. Im Umkehrschluß gilt: Werden sie mißachtet, so erkrankt es. Diese Grundregeln für ein gesundes Wirtschaftsleben sind meines Erachtens vor allem:
1. Dein Wohlstand gründe sich auf eigene Leistung; Du verdienst das, was Du Dir erarbeitest!
2. Halte Maß und horte nichts zum Selbstzweck.
3. Lebe nicht über Deine Verhältnisse und Möglichkeiten!
4. Beute niemanden aus, sonst fällt es auf Dich zurück!
Auch hier gilt: „Wie im Kleinen, so im Großen.“ Es gilt für den einzelnen ebenso wie für ganze Staaten. Betrachten wir von daher einmal das Verhältnis der Staaten zu diesen vier Grundregeln.
Problem Nr. 1: Die ständig wachsende Ungleichverteilung
Das Geld wird knapp und immer knapper! Das ist die Wahrnehmung von Milliarden Menschen auf diesem Planeten, die immer mehr Mühe haben, auch nur das Notwendigste zu ihrem Lebensunterhalt zu verdienen. In der dritten Welt schaffen es täglich etwa 100.000 Menschen nicht – und verhungern, also an jedem Tag die 33fache Opferzahl der verheerenden Anschläge des 11. September 2001! Doch auch in den reichen Staaten, wie zum Beispiel den deutschsprachigen Ländern, wächst die Armut, und 50 Prozent der Deutschen haben beispielsweise keinerlei finanzielle Reserven zur Verfügung, sie leben von der Hand in den Mund. Auch die Regierungen legen momentan weltweit drastische Sparprogramme auf, dazu gezwungen durch ihre hohe Verschuldung.
Doch die Vermutung, das Geld sei insgesamt knapp, ist nicht richtig und nur eine Seite der Medaille! In Wirklichkeit laufen die Geldpressen zur Zeit auf Hochtouren, und es ist viel zuviel Geld in Umlauf!
Doch wo steckt es angesichts der allgemeinen Verarmung? Ganz einfach: es häuft sich bei wenigen Prozent der Weltbevölkerung an. In den meisten Staaten sind es etwa ein bis drei Prozent der Menschen, die den größten Teil der Geldvermögen besitzen.
Nun ist diese Minderheit aber in der Regel nicht deshalb so reich, weil sie besonders fleißig arbeitet, sondern sie macht sich einen verheerenden Fehler im Geldsystem zunutze, der auch im Rahmen etlicher GralsWelt-Beiträge schon besprochen wurde. Dieser Fehler im Geldsystem ist die Möglichkeit, durch einfaches Verleihen des Geldes über Zins und Zinseszins die Früchte der Arbeit anderer Menschen ohne eigene Arbeit zu einem großen Teil einzukassieren. Anonym, mit regelrecht klinischer Sterilität.
So erhält ein einfacher Millionär schon bei nur 6 Prozent Kapitalertrag täglich etwa 170 Euro schlichtweg geschenkt, wofür zum Beispiel ein deutscher Arbeiter mit dem umstrittenen, weil angeblich zu hohen Mindestlohn von 7,50 Euro fast 23 Stunden täglich arbeiten müßte! Und dann kommen bei ihm noch Steuer und Sozialabgaben hinzu, die weit höher liegen als die Kapitalertragssteuern, die der Millionär bezahlen muß. Bei Multimillionären oder gar Milliardären sind die leistungslosen Kapitaleinkünfte natürlich noch um ein Vielfaches höher! Und diese Einkünfte müssen von anderen Menschen erarbeitet werden: Insgesamt liegen die Zinslasten zum Beispiel für eine junge vierköpfige Familie, die selbst kein Geldvermögen besitzt, jährlich bei etwa 20.000 Euro!
Damit wird massiv gegen die erste Grundregel verstoßen: „Dein Wohlstand gründe sich auf eigene Leistung; Du verdienst das, was Du Dir erarbeitest!“ Denn die Haupteinnahmen sind demnach nicht selbst erarbeitet und damit auch nicht verdient!
Die Möglichkeit der Kapitalerträge ist der schwerwiegendste Fehler im Geldwesen, und eine Gesundung des Systems ist völlig ausgeschlossen, wenn dieser Mißstand nicht behoben wird! Es müßte dem Geld also strukturell die Möglichkeit genommen werden, durch Zinsen Gewinn abzuwerfen! Das wäre verhältnismäßig leicht möglich, indem zurückbehaltenes Geld mit einer spürbaren Gebühr belastet würde. Die Folge davon: Jeder würde sein zurückbehaltenes Geld zur Bank bringen, es würde damit in Umlauf kommen und der Markt auch ohne Zins ausreichend mit Geld versorgt werden. Dadurch würde der Zins allmählich gegen Null sinken – das Ende einer jahrtausendelangen Zinsknechtschaft wäre eingeleitet!
Doch auch das wäre noch nicht ausreichend, um das Geldwesen nachhaltig zu gesunden: Da die Ungleichverteilung in den Staaten auf ein inakzeptables Maß angestiegen ist, müßte – insbesondere über eine höhere Erbschaftssteuer – eine Rückverteilung von oben nach unten vorgenommen werden, da es sonst viele Jahrzehnte dauern könnte, bis wieder ein normaler Zustand einkehrt.
100.000 Menschen verhungern pro Tag in der „dritten Welt“ – und die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer tiefer.
Problem Nr. 2: Die ständig wachsende Gier nach mehr
Immer stärker richtet sich der Volkszorn berechtigterweise gegen das Treiben der Spekulanten, die mit aberwitzigen Milliarden- oder gar Billionenbeträgen ganze Volkswirtschaften in Bedrängnis bringen oder gar ruinieren. Unglaubliche 98 Prozent des Devisenhandels dienen rein spekulativen Zwecken und stellen damit einen schwerwiegenden Mißbrauch des Geldes dar, das im Prinzip ja ein Äquivalent für tatsächlich geleistete Arbeit sein muß.
Im Frühjahr 2010 begann im Zuge der Griechenland-Krise ein großangelegter Angriff auf den gesamten Euro-Raum, indem Spekulanten sich die Schwäche insbesondere der vorwiegend südeuropäischen „PIIGS-Staaten“ (Portugal-Irland-Italien-Griechenland-Spanien) zunutze machten, wodurch die „Heuschrecken“ wieder enorme Gewinne machten. So schnellten griechische Staatsanleihen zeitweise auf über 13 Prozent Zins hoch, trotz der berechtigten Hoffnung, daß der Rest der Euro-Zone Griechenland wohl notgedrungen unter die Arme greifen muß.
Dieses Problem der Gier hängt sehr eng mit dem ersten Problem zusammen und hat ebenfalls dieselbe Ursache: Die Kapitaleinkünfte machen es einfach zu verlockend, immer mehr Grundkapital anzusammeln, um über dessen Zinsgewinne ein bequemes Leben ohne produktive Arbeit führen zu können und sich gleichzeitig noch am Machtzuwachs durch den Reichtum freuen zu können. Durch die Komplexität und Anonymität des Finanzmarktes fühlt sich auch niemand mehr direkt eingebunden und mitverantwortlich für die Auswirkungen. Und die Politik propagiert weiterhin auf dümmste Art ein unendliches Wachstum, das es nicht gibt, denn jetzt schon sind die Grenzen der Tragfähigkeit unseres kleinen Planeten überschritten!
Damit ist auch gegen die zweite Grundregel verstoßen: „Halte Maß und horte nichts zum Selbstzweck!“ Die Lösung wäre dieselbe wie beim ersten Problem: Geld darf keine Erträge mehr abwerfen! Die Befreiung vom Wachstumszwang ist unumgänglich nötig!
… und die Politik propagiert weiterhin auf dümmste Art ein unendliches Wachstum, das es in Wirklichkeit nicht geben kann
Problem Nr. 3: Die unausgeglichene Handelsbilanz
Die Verlockung ist groß: „Kaufen Sie jetzt, zahlen Sie später!“ Warum beim Konsum Verzicht üben, wenn man die begehrten Konsumgegenstände doch sofort auf Pump bekommen kann! Wir sehen schon jetzt in steigendem Maße anhand der großen Zahl überschuldeter Haushalte, wie sich diese Gesinnung auswirkt, und bei den anstehenden Privatinsolvenzen werden viele Gläubiger ihr Geld nicht mehr wiedersehen.
Während der Euro-Krise ist der Blick abgewendet gewesen von den Problemen insbesondere der USA, wo eine Kreditkartenblase durch Konsumüberschuldung von gigantischen Ausmaßen droht. Was uns da erwartet, davon hat uns das kleine Griechenland einen Vorgeschmack vermittelt. Auch dort wurde sehr lange über die Verhältnisse gelebt und ein enormer Schuldenberg aufgebaut. Jede Hoffnung auf Abtragen dieses Berges ist illusorisch, da Griechenland aus einem Agrarland nahtlos den Übergang zu einem unsinnig aufgeblähten Beamtenstaat vollzogen hat. Es gibt dort aufgrund einer ausgeprägten Korruption und Vetternwirtschaft unzählige personell weit überbesetzte Dienststellen, ja, in nicht wenigen Fällen halten sich sogar Dienststellen, die schon seit Jahren und Jahrzehnten ohne irgendeine vernünftige Aufgabe existieren.
Kein Wunder also, daß der staatliche Schuldenberg riesige Dimensionen erreicht hat und die Frage nach dessen Abtragung immer dringlicher wird. Dabei steckt Griechenland in einem großen Dilemma: Es ist auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig, da es außer einigen Agrarprodukten und einem eher überteuerten Tourismusangebot zu wenig zu bieten hat, was sich zum Ausgleich seiner Handelsbilanz eignen würde.
So mußte im Mai 2010 ein riesiges Rettungspaket für Griechenland, aber auch vorsorglich für andere angeschlagene Euro-Staaten geschnürt werden, das den unvorstellbaren Betrag von 750 Milliarden Euro umfaßt – mit der hohen Wahrscheinlichkeit, daß das Geld unwiederbringlich verloren ist.
Die eigentliche Rettung galt aber vermutlich nur teilweise Griechenland selbst, sondern in erster Linie den deutschen und vor allem französischen Banken, die leichtsinnigerweise den Griechen horrende Beträge ausgeliehen hatten, ohne sich zu fragen, womit sie gedeckt sind und wie sie sie realistischerweise wieder zurückbekommen könnten.
Auch das ist eine Folge des Anlagedruckes von Billionenbeträgen, deren Besitzer und Verwalter nach einer möglichst hohen Rendite ihres Kapitals gieren und in dieser Gier jede Vernunft offensichtlich über Bord geworfen haben! Nicht zuletzt aber hat sich Griechenland auf dreisteste Art die Euro-Teilnahme erschlichen und den Betrug lange Zeit weitergeführt.
Wenn nun Griechenland als ein kleines Land schon derartige Turbulenzen auf dem weltweiten Finanzmarkt auslöst, dann wird die faktisch schon jetzt bestehende, aber noch nicht zum Ausbruch gekommene Insolvenz der USA, die Ende Mai 2010 allein schon Staatsschulden von 13 Billionen Dollar aufzuweisen hatte, Verwerfungen in einem kaum vorstellbaren Ausmaß auslösen.
Wenn hier von den USA und Griechenland die Rede ist, so bedeutet das selbstverständlich nicht, daß es in den anderen Staaten viel besser aussieht. So hat das mit bester Bonität beurteilte Deutschland schon jetzt über 1,7 Billionen, mit den Schattenhaushalten aus der Finanzkrise weit über 2 Billionen Euro Schulden. Auch hier ist eine „normale“ Rückzahlung vollkommen ausgeschlossen.
Damit ist auch die dritte Grundregel: „Lebe nicht über Deine Verhältnisse und Möglichkeiten!“ verletzt. Hier Abhilfe zu schaffen, würde voraussetzen, daß auch die Bevölkerung der jeweiligen Staaten sich mit den Verhältnissen begnügen lernen müßte, die sie aus eigener Kraft und mit eigener Arbeit erreichen kann. Das würde beispielsweise im Falle Griechenlands bedeuten, daß sie Technik, Elektronik, Autos, Schiffe, Eisenbahnen, Einrichtungsgegenstände und vieles mehr nur in dem Maße importieren dürften, wie sie im Gegenzug eigene Produkte exportieren könnten. Damit wäre, von den enormen Schulden einmal abgesehen, die Handelsbilanz zwar ausgeglichen, aber es würde auf heutiger Grundlage drastische Einschnitte und eine enorme Reduzierung des bisherigen Lebensstandards erfordern.
Problem Nr. 4: Das Lohngefälle in der globalisierten Welt
Ein Stundenlohn um die 0,50 Euro, ein Monatseinkommen von unter 100 Euro bei teilweise 16 Stunden täglicher Arbeitszeit, in der die Menschen klaglos und perfekt wie Roboter funktionieren müssen. Dazu kommen noch katastrophale Sicherheits- und Umweltstandards. So sieht die moderne Sklavenhaltung in China aus, mit der unsere westliche Wirtschaft in Konkurrenz steht.
Das ging so lange gut, wie der Westen noch einen erheblichen Technologievorsprung hatte. Doch dieser Vorsprung schmilzt rapide dahin, asiatische Waren aus Sklavenproduktion werden immer besser und überfluten den Weltmarkt. Nutznießer sind natürlich auch wir westlichen Konsumenten, die wir uns so einen deutlich höheren Lebensstandard leisten können, als es der Fall wäre, wenn wir Produkte aus heimischer Produktion kaufen müßten.
Daraus geht aber die Kehrseite schon deutlich hervor: Heimische Betriebe können bei diesem ruinösen Preiswettbewerb nicht mithalten und gehen entweder pleite, oder sie lassen ebenfalls in Billiglohnländern produzieren. Damit gehen bei uns nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch gewachsene Strukturen verloren. Es geht so weit, daß viele Staaten durch diese Arbeitsauslagerung sogar die Fähigkeit verloren haben werden, sich selbst zu versorgen, wenn der globalisierte Handel einst – was sehr wahrscheinlich ist – zusammenbrechen wird!
So erleben wir nun auch die Folgen der mißachteten vierten Regel: „Beute niemanden aus, sonst fällt es auf Dich zurück!“ Seit Jahrhunderten hat die westliche Welt ohnehin schon zahllose Länder und Kolonien ausgebeutet, um selbst bequem zu Wohlstand zu kommen, und nun fällt die Ernte dieser Aussaat eben tatsächlich auf uns zurück! Eine kurzfristige Hilfe läge nur in der Erhebung hoher Schutzzölle, die allerdings große Verwerfungen im Welthandel bringen und die Waren erheblich verteuern würden; aber nur so können viele heimische Produkte konkurrenzfähig sein.
Fazit: Der Kollaps wird kommen
Was wird mit unserem Geld in Zukunft geschehen? Eine kritische Analyse zeigt, daß am Kollaps des bestehenden Systems wohl kein Weg vorbeiführt.Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Doch jede Hoffnung in einer verfahrenen Lage ist nur dann berechtigt, wenn die Ursachen, die zu dieser Lage geführt haben, frisch, flexibel und kraftvoll korrigiert werden. Manches Schwere ließe sich vielleicht sogar heute noch abwenden, wenn wir in unserer Wirtschaft die erwähnten Grundregeln wirklich ernst nehmen. Doch ist das momentan auch nur ansatzweise realistisch? Aus folgenden Gründen wohl kaum:
– Die unverzichtbare Notwendigkeit einer Geldsystemreform mit der Befreiung vom Zins und Wachstumszwang ist heute nur einer verschwindend kleinen Menschengruppe überhaupt bekannt, demnach jede konkrete Umsetzung illusorisch.
– Die Umverteilung von oben nach unten würde am massiven Widerstand der Reichen und damit Mächtigen scheitern.
– Die Absenkung des Lebensstandards auf das Selbsterarbeitete und die deutliche Verteuerung der Waren durch Rückkehr zur heimischen Produktion, die nicht auf dieser extremen Ausbeutung gründet, würde den größten Teil der Völker gegen die Politiker, die das durchsetzen wollten, aufbringen.
– Nicht zuletzt wäre ein Umsetzungsversuch durch die bestehenden Regeln und Gesetze der Finanz- und Wirtschaftsmärkte extrem schwierig.
Von daher wird am Kollaps des Systems mit höchster Wahrscheinlichkeit kein Weg vorbeiführen! Nehmen wir ihn zum Anlaß, nicht nur den Stellenwert des Geldes, sondern aller bisher verbreiteten Anschauungen und Werte zu hinterfragen, um in der Zukunft an einer Welt mitbauen zu können, die auf der einzig richtigen Grundlage der Natur- oder Lebensgesetze steht!
Ausgewogenheit zwischen Aktiv und Passiv
Die handfeste Weltfinanzkrise ist da – aber erst in den Anfängen! Allmählich wanken alle Strukturen und erzeugen ein sich ständig steigerndes Gefühl der Besorgnis. Neu ist zur Zeit, daß alle Lösungsmaßnahmen, ob sie nun aus der Wirtschaft oder der Politik kommen, seltsam unkoordiniert wirken und sich immer mehr widersprechen! Die Hoffnung auf Besserung der Lage scheint immer mehr einer großen Hilflosigkeit Platz zu machen.
Haben wir es bei der großen Finanzkrise mit einem Geschehen zu tun, das uns überraschend heimsucht? Oder gab es schon lange Zeit im Vorfeld warnende Anzeichen? Folgt das immer chaotischere Geschehen auf den Finanzmärkten noch einem gesetzmäßigen Ablauf – oder hat es längst jede ordnende Struktur verlassen? Kann man der Krise Herr werden? Fragen, die sich wohl jeder heute stellt!
Ein spirituell denkender Mensch wird auf allen Gebieten des Lebens grundsätzlich von der Wirkung eines zentralen Schöpfungsgesetzes ausgehen: dem Gesetz von Ursache – Wirkung – Rückwirkung, oder kurz, dem Gesetz der Wechselwirkung. Auch die Finanzwelt kann sich den Auswirkungen dieses universalen Gesetzes nicht entziehen! Deswegen sind die heutigen Krisen von ganzheitlicher denkenden Menschen schon seit langem treffsicher vorausgesehen worden.
Wie die Ernte, so die Saat! Ist die Ernte schlecht, kann die Saat nicht gut gewesen sein! Sie heißt im Geldbereich: Habgier, Geiz und mangelnde Rücksicht auf die Lebensbedürfnisse anderer Menschen, ganzer Völker sowie der Natur. Bei einem den Naturgesetzen entsprechenden Geldwesen wären alle heutigen Krisen in diesem Bereich ausgeblieben! Dabei spielt neben dem schon erwähnten Gesetz der Wechselwirkung ein weiteres Gesetz eine große Rolle: das Gesetz vom Ausgleich zwischen Geben und Nehmen. Zeigen sich auf deren Grundlage Lösungsansätze auf?
Die Besonderheit einer wirklichen Ur-Sache ist, daß sie stets einfach, also auf einem leicht verständlichen Urgrund aufgebaut ist. Und so kommen wir auch im Finanzwesen zu einigen schlichten Grundregeln, die unbedingt beachtet werden müssen, wenn das System gesund bleiben soll. Im Umkehrschluß gilt: Werden sie mißachtet, so erkrankt es. Diese Grundregeln für ein gesundes Wirtschaftsleben sind meines Erachtens vor allem:
1. Dein Wohlstand gründe sich auf eigene Leistung; Du verdienst das, was Du Dir erarbeitest!
2. Halte Maß und horte nichts zum Selbstzweck.
3. Lebe nicht über Deine Verhältnisse und Möglichkeiten!
4. Beute niemanden aus, sonst fällt es auf Dich zurück!
Auch hier gilt: „Wie im Kleinen, so im Großen.“ Es gilt für den einzelnen ebenso wie für ganze Staaten. Betrachten wir von daher einmal das Verhältnis der Staaten zu diesen vier Grundregeln.
Problem Nr. 1: Die ständig wachsende Ungleichverteilung
Das Geld wird knapp und immer knapper! Das ist die Wahrnehmung von Milliarden Menschen auf diesem Planeten, die immer mehr Mühe haben, auch nur das Notwendigste zu ihrem Lebensunterhalt zu verdienen. In der dritten Welt schaffen es täglich etwa 100.000 Menschen nicht – und verhungern, also an jedem Tag die 33fache Opferzahl der verheerenden Anschläge des 11. September 2001! Doch auch in den reichen Staaten, wie zum Beispiel den deutschsprachigen Ländern, wächst die Armut, und 50 Prozent der Deutschen haben beispielsweise keinerlei finanzielle Reserven zur Verfügung, sie leben von der Hand in den Mund. Auch die Regierungen legen momentan weltweit drastische Sparprogramme auf, dazu gezwungen durch ihre hohe Verschuldung.
Doch die Vermutung, das Geld sei insgesamt knapp, ist nicht richtig und nur eine Seite der Medaille! In Wirklichkeit laufen die Geldpressen zur Zeit auf Hochtouren, und es ist viel zuviel Geld in Umlauf!
Doch wo steckt es angesichts der allgemeinen Verarmung? Ganz einfach: es häuft sich bei wenigen Prozent der Weltbevölkerung an. In den meisten Staaten sind es etwa ein bis drei Prozent der Menschen, die den größten Teil der Geldvermögen besitzen.
Nun ist diese Minderheit aber in der Regel nicht deshalb so reich, weil sie besonders fleißig arbeitet, sondern sie macht sich einen verheerenden Fehler im Geldsystem zunutze, der auch im Rahmen etlicher GralsWelt-Beiträge schon besprochen wurde. Dieser Fehler im Geldsystem ist die Möglichkeit, durch einfaches Verleihen des Geldes über Zins und Zinseszins die Früchte der Arbeit anderer Menschen ohne eigene Arbeit zu einem großen Teil einzukassieren. Anonym, mit regelrecht klinischer Sterilität.
So erhält ein einfacher Millionär schon bei nur 6 Prozent Kapitalertrag täglich etwa 170 Euro schlichtweg geschenkt, wofür zum Beispiel ein deutscher Arbeiter mit dem umstrittenen, weil angeblich zu hohen Mindestlohn von 7,50 Euro fast 23 Stunden täglich arbeiten müßte! Und dann kommen bei ihm noch Steuer und Sozialabgaben hinzu, die weit höher liegen als die Kapitalertragssteuern, die der Millionär bezahlen muß. Bei Multimillionären oder gar Milliardären sind die leistungslosen Kapitaleinkünfte natürlich noch um ein Vielfaches höher! Und diese Einkünfte müssen von anderen Menschen erarbeitet werden: Insgesamt liegen die Zinslasten zum Beispiel für eine junge vierköpfige Familie, die selbst kein Geldvermögen besitzt, jährlich bei etwa 20.000 Euro!
Damit wird massiv gegen die erste Grundregel verstoßen: „Dein Wohlstand gründe sich auf eigene Leistung; Du verdienst das, was Du Dir erarbeitest!“ Denn die Haupteinnahmen sind demnach nicht selbst erarbeitet und damit auch nicht verdient!
Die Möglichkeit der Kapitalerträge ist der schwerwiegendste Fehler im Geldwesen, und eine Gesundung des Systems ist völlig ausgeschlossen, wenn dieser Mißstand nicht behoben wird! Es müßte dem Geld also strukturell die Möglichkeit genommen werden, durch Zinsen Gewinn abzuwerfen! Das wäre verhältnismäßig leicht möglich, indem zurückbehaltenes Geld mit einer spürbaren Gebühr belastet würde. Die Folge davon: Jeder würde sein zurückbehaltenes Geld zur Bank bringen, es würde damit in Umlauf kommen und der Markt auch ohne Zins ausreichend mit Geld versorgt werden. Dadurch würde der Zins allmählich gegen Null sinken – das Ende einer jahrtausendelangen Zinsknechtschaft wäre eingeleitet!
Doch auch das wäre noch nicht ausreichend, um das Geldwesen nachhaltig zu gesunden: Da die Ungleichverteilung in den Staaten auf ein inakzeptables Maß angestiegen ist, müßte – insbesondere über eine höhere Erbschaftssteuer – eine Rückverteilung von oben nach unten vorgenommen werden, da es sonst viele Jahrzehnte dauern könnte, bis wieder ein normaler Zustand einkehrt.
100.000 Menschen verhungern pro Tag in der „dritten Welt“ – und die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer tiefer.
Problem Nr. 2: Die ständig wachsende Gier nach mehr
Immer stärker richtet sich der Volkszorn berechtigterweise gegen das Treiben der Spekulanten, die mit aberwitzigen Milliarden- oder gar Billionenbeträgen ganze Volkswirtschaften in Bedrängnis bringen oder gar ruinieren. Unglaubliche 98 Prozent des Devisenhandels dienen rein spekulativen Zwecken und stellen damit einen schwerwiegenden Mißbrauch des Geldes dar, das im Prinzip ja ein Äquivalent für tatsächlich geleistete Arbeit sein muß.
Im Frühjahr 2010 begann im Zuge der Griechenland-Krise ein großangelegter Angriff auf den gesamten Euro-Raum, indem Spekulanten sich die Schwäche insbesondere der vorwiegend südeuropäischen „PIIGS-Staaten“ (Portugal-Irland-Italien-Griechenland-Spanien) zunutze machten, wodurch die „Heuschrecken“ wieder enorme Gewinne machten. So schnellten griechische Staatsanleihen zeitweise auf über 13 Prozent Zins hoch, trotz der berechtigten Hoffnung, daß der Rest der Euro-Zone Griechenland wohl notgedrungen unter die Arme greifen muß.
Dieses Problem der Gier hängt sehr eng mit dem ersten Problem zusammen und hat ebenfalls dieselbe Ursache: Die Kapitaleinkünfte machen es einfach zu verlockend, immer mehr Grundkapital anzusammeln, um über dessen Zinsgewinne ein bequemes Leben ohne produktive Arbeit führen zu können und sich gleichzeitig noch am Machtzuwachs durch den Reichtum freuen zu können. Durch die Komplexität und Anonymität des Finanzmarktes fühlt sich auch niemand mehr direkt eingebunden und mitverantwortlich für die Auswirkungen. Und die Politik propagiert weiterhin auf dümmste Art ein unendliches Wachstum, das es nicht gibt, denn jetzt schon sind die Grenzen der Tragfähigkeit unseres kleinen Planeten überschritten!
Damit ist auch gegen die zweite Grundregel verstoßen: „Halte Maß und horte nichts zum Selbstzweck!“ Die Lösung wäre dieselbe wie beim ersten Problem: Geld darf keine Erträge mehr abwerfen! Die Befreiung vom Wachstumszwang ist unumgänglich nötig!
… und die Politik propagiert weiterhin auf dümmste Art ein unendliches Wachstum, das es in Wirklichkeit nicht geben kann
Problem Nr. 3: Die unausgeglichene Handelsbilanz
Die Verlockung ist groß: „Kaufen Sie jetzt, zahlen Sie später!“ Warum beim Konsum Verzicht üben, wenn man die begehrten Konsumgegenstände doch sofort auf Pump bekommen kann! Wir sehen schon jetzt in steigendem Maße anhand der großen Zahl überschuldeter Haushalte, wie sich diese Gesinnung auswirkt, und bei den anstehenden Privatinsolvenzen werden viele Gläubiger ihr Geld nicht mehr wiedersehen.
Während der Euro-Krise ist der Blick abgewendet gewesen von den Problemen insbesondere der USA, wo eine Kreditkartenblase durch Konsumüberschuldung von gigantischen Ausmaßen droht. Was uns da erwartet, davon hat uns das kleine Griechenland einen Vorgeschmack vermittelt. Auch dort wurde sehr lange über die Verhältnisse gelebt und ein enormer Schuldenberg aufgebaut. Jede Hoffnung auf Abtragen dieses Berges ist illusorisch, da Griechenland aus einem Agrarland nahtlos den Übergang zu einem unsinnig aufgeblähten Beamtenstaat vollzogen hat. Es gibt dort aufgrund einer ausgeprägten Korruption und Vetternwirtschaft unzählige personell weit überbesetzte Dienststellen, ja, in nicht wenigen Fällen halten sich sogar Dienststellen, die schon seit Jahren und Jahrzehnten ohne irgendeine vernünftige Aufgabe existieren.
Kein Wunder also, daß der staatliche Schuldenberg riesige Dimensionen erreicht hat und die Frage nach dessen Abtragung immer dringlicher wird. Dabei steckt Griechenland in einem großen Dilemma: Es ist auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig, da es außer einigen Agrarprodukten und einem eher überteuerten Tourismusangebot zu wenig zu bieten hat, was sich zum Ausgleich seiner Handelsbilanz eignen würde.
So mußte im Mai 2010 ein riesiges Rettungspaket für Griechenland, aber auch vorsorglich für andere angeschlagene Euro-Staaten geschnürt werden, das den unvorstellbaren Betrag von 750 Milliarden Euro umfaßt – mit der hohen Wahrscheinlichkeit, daß das Geld unwiederbringlich verloren ist.
Die eigentliche Rettung galt aber vermutlich nur teilweise Griechenland selbst, sondern in erster Linie den deutschen und vor allem französischen Banken, die leichtsinnigerweise den Griechen horrende Beträge ausgeliehen hatten, ohne sich zu fragen, womit sie gedeckt sind und wie sie sie realistischerweise wieder zurückbekommen könnten.
Auch das ist eine Folge des Anlagedruckes von Billionenbeträgen, deren Besitzer und Verwalter nach einer möglichst hohen Rendite ihres Kapitals gieren und in dieser Gier jede Vernunft offensichtlich über Bord geworfen haben! Nicht zuletzt aber hat sich Griechenland auf dreisteste Art die Euro-Teilnahme erschlichen und den Betrug lange Zeit weitergeführt.
Wenn nun Griechenland als ein kleines Land schon derartige Turbulenzen auf dem weltweiten Finanzmarkt auslöst, dann wird die faktisch schon jetzt bestehende, aber noch nicht zum Ausbruch gekommene Insolvenz der USA, die Ende Mai 2010 allein schon Staatsschulden von 13 Billionen Dollar aufzuweisen hatte, Verwerfungen in einem kaum vorstellbaren Ausmaß auslösen.
Wenn hier von den USA und Griechenland die Rede ist, so bedeutet das selbstverständlich nicht, daß es in den anderen Staaten viel besser aussieht. So hat das mit bester Bonität beurteilte Deutschland schon jetzt über 1,7 Billionen, mit den Schattenhaushalten aus der Finanzkrise weit über 2 Billionen Euro Schulden. Auch hier ist eine „normale“ Rückzahlung vollkommen ausgeschlossen.
Damit ist auch die dritte Grundregel: „Lebe nicht über Deine Verhältnisse und Möglichkeiten!“ verletzt. Hier Abhilfe zu schaffen, würde voraussetzen, daß auch die Bevölkerung der jeweiligen Staaten sich mit den Verhältnissen begnügen lernen müßte, die sie aus eigener Kraft und mit eigener Arbeit erreichen kann. Das würde beispielsweise im Falle Griechenlands bedeuten, daß sie Technik, Elektronik, Autos, Schiffe, Eisenbahnen, Einrichtungsgegenstände und vieles mehr nur in dem Maße importieren dürften, wie sie im Gegenzug eigene Produkte exportieren könnten. Damit wäre, von den enormen Schulden einmal abgesehen, die Handelsbilanz zwar ausgeglichen, aber es würde auf heutiger Grundlage drastische Einschnitte und eine enorme Reduzierung des bisherigen Lebensstandards erfordern.
Problem Nr. 4: Das Lohngefälle in der globalisierten Welt
Ein Stundenlohn um die 0,50 Euro, ein Monatseinkommen von unter 100 Euro bei teilweise 16 Stunden täglicher Arbeitszeit, in der die Menschen klaglos und perfekt wie Roboter funktionieren müssen. Dazu kommen noch katastrophale Sicherheits- und Umweltstandards. So sieht die moderne Sklavenhaltung in China aus, mit der unsere westliche Wirtschaft in Konkurrenz steht.
Das ging so lange gut, wie der Westen noch einen erheblichen Technologievorsprung hatte. Doch dieser Vorsprung schmilzt rapide dahin, asiatische Waren aus Sklavenproduktion werden immer besser und überfluten den Weltmarkt. Nutznießer sind natürlich auch wir westlichen Konsumenten, die wir uns so einen deutlich höheren Lebensstandard leisten können, als es der Fall wäre, wenn wir Produkte aus heimischer Produktion kaufen müßten.
Daraus geht aber die Kehrseite schon deutlich hervor: Heimische Betriebe können bei diesem ruinösen Preiswettbewerb nicht mithalten und gehen entweder pleite, oder sie lassen ebenfalls in Billiglohnländern produzieren. Damit gehen bei uns nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch gewachsene Strukturen verloren. Es geht so weit, daß viele Staaten durch diese Arbeitsauslagerung sogar die Fähigkeit verloren haben werden, sich selbst zu versorgen, wenn der globalisierte Handel einst – was sehr wahrscheinlich ist – zusammenbrechen wird!
So erleben wir nun auch die Folgen der mißachteten vierten Regel: „Beute niemanden aus, sonst fällt es auf Dich zurück!“ Seit Jahrhunderten hat die westliche Welt ohnehin schon zahllose Länder und Kolonien ausgebeutet, um selbst bequem zu Wohlstand zu kommen, und nun fällt die Ernte dieser Aussaat eben tatsächlich auf uns zurück! Eine kurzfristige Hilfe läge nur in der Erhebung hoher Schutzzölle, die allerdings große Verwerfungen im Welthandel bringen und die Waren erheblich verteuern würden; aber nur so können viele heimische Produkte konkurrenzfähig sein.
Fazit: Der Kollaps wird kommen
Was wird mit unserem Geld in Zukunft geschehen? Eine kritische Analyse zeigt, daß am Kollaps des bestehenden Systems wohl kein Weg vorbeiführt.Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Doch jede Hoffnung in einer verfahrenen Lage ist nur dann berechtigt, wenn die Ursachen, die zu dieser Lage geführt haben, frisch, flexibel und kraftvoll korrigiert werden. Manches Schwere ließe sich vielleicht sogar heute noch abwenden, wenn wir in unserer Wirtschaft die erwähnten Grundregeln wirklich ernst nehmen. Doch ist das momentan auch nur ansatzweise realistisch? Aus folgenden Gründen wohl kaum:
– Die unverzichtbare Notwendigkeit einer Geldsystemreform mit der Befreiung vom Zins und Wachstumszwang ist heute nur einer verschwindend kleinen Menschengruppe überhaupt bekannt, demnach jede konkrete Umsetzung illusorisch.
– Die Umverteilung von oben nach unten würde am massiven Widerstand der Reichen und damit Mächtigen scheitern.
– Die Absenkung des Lebensstandards auf das Selbsterarbeitete und die deutliche Verteuerung der Waren durch Rückkehr zur heimischen Produktion, die nicht auf dieser extremen Ausbeutung gründet, würde den größten Teil der Völker gegen die Politiker, die das durchsetzen wollten, aufbringen.
– Nicht zuletzt wäre ein Umsetzungsversuch durch die bestehenden Regeln und Gesetze der Finanz- und Wirtschaftsmärkte extrem schwierig.
Von daher wird am Kollaps des Systems mit höchster Wahrscheinlichkeit kein Weg vorbeiführen! Nehmen wir ihn zum Anlaß, nicht nur den Stellenwert des Geldes, sondern aller bisher verbreiteten Anschauungen und Werte zu hinterfragen, um in der Zukunft an einer Welt mitbauen zu können, die auf der einzig richtigen Grundlage der Natur- oder Lebensgesetze steht!
Autor: Paul Schmitt
