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Joseph Haydn

„Meine Sprache verstehet man durch die ganze Welt“

Am 27. März 1808 trat Joseph Haydn (1632–1809) anläßlich seines 76. Geburtstags ein letztes Mal öffentlich auf. Eine Würdigung zum 200. Todestages des großen Komponisten.



Das wohl berühmteste Haydn-Ölgemälde stammt von Thomas Hardy und zeigt den Komponisten im Jahr 1791.

Am 27. März 1808 trat Joseph Haydn (31.3.1732- 31.5.1809) anläßlich seines 76. Geburtstags ein letztes Mal öffentlich auf: Sein Oratorium „Die Schöpfung“ wurde – unter der Leitung von Antonio Salieri – an der Alten Universität Wien aufgeführt. Haydn, gebrechlich im Tragsessel, wurde von Fanfaren und „Vivat Haydn!“-Rufen empfangen. Ludwig van Beethoven, zeitweilig Haydns Schüler, begrüßte den Meister mit ehrerbietigem Handkuß.

Ein gutes Jahr später, im Mai 1809, belagerte Napoleon die Kaiserstadt Wien. Er postierte sogleich eine Ehrenwache vor Haydns Haus, und als Haydn am 31. Mai starb, sorgte er für eine würdige Begräbnisfeier (am 2. Juni) auf dem Hundsthurmer Friedhof (heute „Haydn-Park“) Wiens.

Napoleons Sich-Kümmern war ein Kniefall vor Haydns Genie, ungeachtet dessen bekannt patriotischer Gesinnung („Gott erhalte Franz, den Kaiser …“). Doch Joseph Haydn war ja auch Kosmopolit – er pflegte Beziehungen zu vielen Ländern Europas: Das französische „Conservatoire de Musique“ in Paris hatte ihn als Mitglied aufgenommen, und Haydn schrieb sechs „Pariser“ Sinfonien. Auch in Petersburg, in Modena, in Stockholm, in Cádiz (Spanien) oder Oxford wurde er geehrt und waren seine Kompositionen hoch geschätzt.

Viele seiner Werke komponierte Haydn in rund 30 Dienstjahren als Kapellmeister bei den Grafen Esterházy in Eisenstadt am Neusiedler See. Er lebte dort (künstlerisch) „abgesondert von der Welt“, wie er sagte, und: „so mußte ich original werden.“

Diese Epoche endete für Joseph Haydn mit dem Tod (1790) seines großen Mäzens, Graf Nikolaus I. von Esterházy. Denn dessen Nachfolger, Graf Anton, löste das Orchester- und Bühnen-Ensemble auf und entließ Joseph Haydn mit einer Pensionszahlung.

In den nächsten Jahren kümmerte sich die Familie der Esterházy nicht um ihren berühmten Kapellmeister. Erst Nikolaus II. – ab 1794 Chef des Hauses – stellte Haydn 1795 wieder als Kapellmeister (mit größten Freiheiten und Johannes Nepomuk Hummel als Assistent) ein, und in den Folgejahren komponierte Haydn berühmte Streichquartette und Messen für die Esterházys. Doch erst ein Jahrzehnt nach dem Tod Haydns erkannte Nikolaus II. den hohen Rang „seines“ Kapellmeisters und forderte von Wien den Transfer von Haydns Sarg nach Eisenstadt – er wurde dort 1820 in der Bergkirche beigesetzt. Nur – wie sich bei der Aktion herausstellte: Haydns Schädel fehlte! Er war von einem Anhänger der damals populären „Gallschen Schädellehre“ acht Tage nach der Beerdigung 1809 in Wien geraubt worden, um die Zusammenhänge zwischen Haydns Schädelform und seiner Persönlichkeit zu erforschen. Erst im Jahre 1954 konnte der (originale) Schädel, nach langem Hin und Her, wieder dorthin gelangen, wo er hingehörte.


Ein Porträt aus dem Schloß Esterházy
Die makabre Geschichte signalisiert einen Umbruch in jener Zeit: Man wollte, vom Bereich der Wissenschaften bis hin zu aktuellen sozialen und religiösen Fragen, neue Wege finden und gehen – unter anderem ein Nährboden für den Gedanken-Kosmos der „Freimaurer“. Sie traten unter dem Zeichen der „siegenden Wahrheit“ (ein Logenname) für Brüderlichkeit und Humanität ein, damals mit enormer Resonanz. Hervorgehobene Menschen in Wien, wie der Ehemann Kaiserin Maria Theresias oder Wolfgang Amadeus Mozart, waren Freimaurer.

Und auch Joseph Haydn wurde am 11. Februar 1785 „Maurer“. Am Tag danach übergab Mozart Joseph Haydn die sechs Streichquartette, die er ihm gewidmet hatte. Und Haydn äußerte gegenüber Mozarts Vater: „Ihr Sohn ist der größte Componist, den ich von Person und dem Namen nach kenne.“ Um so schmerzlicher traf ihn die Nachricht von Wolfgang Amadeus Mozarts frühem Tod. Sie erreichte Haydn 1791 in London.

Denn er hatte Wien – die Stadt seiner Kindheit und Jugend als Sängerknabe im Chor des Stephansdoms – 1790 verlassen und war dem Konzertmanager Johann Peter Salomon nach London gefolgt. Hier war er während der Jahre 1790 bis 1792 sowie 1794/95 für Salomons Londoner Abonnement-Konzerte als Dirigent und Komponist tätig. Mozarts Einwand gegen die Reise nach England, er spreche doch nicht Sprachen genug, hatte Haydn mit der Erwiderung „Meine Sprache verstehet man durch die ganze Welt“ vom Tisch gewischt. Der Erfolg gab ihm recht: Er war vom Fleck weg musikalischer Mittelpunkt der englischen Metropole und – er verdiente ausgezeichnet mit einer Fülle von Konzert-Aufführungen, jeweils ein eigenes Werk dabei. Dazu gehören insgesamt zwölf „Londoner“ Sinfonien, darunter seine berühmtesten, wie die „mit dem Paukenschlag“.
Haydns Totenmaske
In Londons „Westminster Abbey“ hörte und erlebte Joseph Haydn Großaufführungen von Händels Oratorien „Der Messias“ und „Joseph in Ägypten“ – ein neuer Impuls für ihn. Und als er 1795 definitiv nach Wien zurückreiste, brachte er das Libretto für ein Oratorium mit, das noch Händel angeboten worden war. Jetzt inspirierte es Haydn zu seinem Oratorium „Die Schöpfung“. In Wien ging er gleich an die Arbeit, und das Opus, Haydns Lobgesang auf das himmlische Schöpfungswerk, erlebte am 19. März 1799 mit überwältigendem Erfolg seine (öffentliche) Uraufführung im Wiener Hoftheater. Halb Europa folgte – „Die Schöpfung“ hatte sensationelle Erfolge. Haydn mag dazu mit einer ungewöhnlichen Maßnahme beigetragen haben: er hatte auf eigene Kosten sein Oratorium in einer Partitur-Ausgabe drucken lassen und „europaweit“ verbreitet. Dieses Herzstück seines Schaffens wollte er möglichst vielen Menschen vermittelt wissen. -

Daß Joseph Haydn in seiner ehelichen Beziehung zum weiblichen Geschlecht nicht so glücklich war, ist bekannt. Weniger, daß ihm während seiner Esterházy-Epoche die Sängerin Luigia Polzelli als verstehende Freundin begegnete, ebenso in London die musikalisch versierte, tiefsinnige Arztfrau Marianne von Genzinger. Zwei Frauen, die, jede auf ihre Weise, Haydn das beflügelnde Glück weiblicher „Musen“-Inspiration zu vermitteln imstande gewesen waren. Sein herausragendes Werk umfaßt unter anderem 108 Sinfonien, 13 Opern, 52 Klaviersonaten und Hunderte Kammermusik-Kompositionen.

Joseph Haydn gilt bis heute – wie noch andere Große seiner Epoche – zu Recht als eine Ausnahmeerscheinung, und das wird zweifellos auch für kommende Generationen so bleiben. Der berühmte 2. Adagio-Satz, sehr verwandt übrigens mit dem weltbekannten 2. Satz des zwei Jahre später entstandenen Klarinettenkonzerts von Mozart (A-Dur, KV 622), klingt über weite Strecken fast überirdisch schön! Wer sich darein vertieft, kann dabei jegliches Zeitgefühl verlieren und taucht aus einem regenerierenden Klangbad wieder auf.

Als 3. Satz kommt nun ein Menuett, also eigentlich ein Tanz. Doch es beginnt wiederum ruhig und verhalten, mit außergewöhnlich langen Melodiebögen. Das 1. Trio darin steht sogar im melancholischen Moll und die sonst führende Klarinette pausiert dort vollständig. Das 2. Trio hat einen Ländlercharakter, doch so vornehm komponiert, daß es eher wie eine Rückerinnerung an die Jugendzeit erscheint, anstatt einen ausgelassenen, fröhlichen Tanz darzustellen.

Genauso ist es dann im 4. und letzten Satz, einem Variationensatz im heiteren Allegretto. Tänzerische Elemente und virtuose Läufe treten an einigen Stellen in den Vordergrund, um dann aber wieder von verhaltenen, beschaulichen Variationen abgelöst zu werden. -
Kann Mozarts Musik nicht zu einem wertvollen Sinnbild für uns alle werden? Dafür, daß Tiefe, innere Wärme, Licht, aufbauende und heilende Kraft in einer Eigenschaft liegen, die wir heute in unserer komplizierten Welt immer mehr verschmähen: der Einfachheit, der Schlichtheit!

Fühlen wir uns, wie bei seiner Musik, nicht auch innerlich am wohlsten und geborgensten bei den Mitmenschen, die gerade diese Eigenschaft leben? Die in ihrem Reden und Handeln eindeutig, unkompliziert, gelassen und heiter sind. Auf jeden Fall lehrt uns Mozarts Musik: Wer der Einfachheit und Klarheit nachstrebt, kann dabei nur gewinnen – denn unnötige Kompliziertheit trübt und ermüdet uns, während Einfachheit klärt und belebt.

 



Das wohl berühmteste Haydn-Ölgemälde stammt von Thomas Hardy und zeigt den Komponisten im Jahr 1791.

Am 27. März 1808 trat Joseph Haydn (31.3.1732- 31.5.1809) anläßlich seines 76. Geburtstags ein letztes Mal öffentlich auf: Sein Oratorium „Die Schöpfung“ wurde – unter der Leitung von Antonio Salieri – an der Alten Universität Wien aufgeführt. Haydn, gebrechlich im Tragsessel, wurde von Fanfaren und „Vivat Haydn!“-Rufen empfangen. Ludwig van Beethoven, zeitweilig Haydns Schüler, begrüßte den Meister mit ehrerbietigem Handkuß.

Ein gutes Jahr später, im Mai 1809, belagerte Napoleon die Kaiserstadt Wien. Er postierte sogleich eine Ehrenwache vor Haydns Haus, und als Haydn am 31. Mai starb, sorgte er für eine würdige Begräbnisfeier (am 2. Juni) auf dem Hundsthurmer Friedhof (heute „Haydn-Park“) Wiens.

Napoleons Sich-Kümmern war ein Kniefall vor Haydns Genie, ungeachtet dessen bekannt patriotischer Gesinnung („Gott erhalte Franz, den Kaiser …“). Doch Joseph Haydn war ja auch Kosmopolit – er pflegte Beziehungen zu vielen Ländern Europas: Das französische „Conservatoire de Musique“ in Paris hatte ihn als Mitglied aufgenommen, und Haydn schrieb sechs „Pariser“ Sinfonien. Auch in Petersburg, in Modena, in Stockholm, in Cádiz (Spanien) oder Oxford wurde er geehrt und waren seine Kompositionen hoch geschätzt.

Viele seiner Werke komponierte Haydn in rund 30 Dienstjahren als Kapellmeister bei den Grafen Esterházy in Eisenstadt am Neusiedler See. Er lebte dort (künstlerisch) „abgesondert von der Welt“, wie er sagte, und: „so mußte ich original werden.“

Diese Epoche endete für Joseph Haydn mit dem Tod (1790) seines großen Mäzens, Graf Nikolaus I. von Esterházy. Denn dessen Nachfolger, Graf Anton, löste das Orchester- und Bühnen-Ensemble auf und entließ Joseph Haydn mit einer Pensionszahlung.

In den nächsten Jahren kümmerte sich die Familie der Esterházy nicht um ihren berühmten Kapellmeister. Erst Nikolaus II. – ab 1794 Chef des Hauses – stellte Haydn 1795 wieder als Kapellmeister (mit größten Freiheiten und Johannes Nepomuk Hummel als Assistent) ein, und in den Folgejahren komponierte Haydn berühmte Streichquartette und Messen für die Esterházys. Doch erst ein Jahrzehnt nach dem Tod Haydns erkannte Nikolaus II. den hohen Rang „seines“ Kapellmeisters und forderte von Wien den Transfer von Haydns Sarg nach Eisenstadt – er wurde dort 1820 in der Bergkirche beigesetzt. Nur – wie sich bei der Aktion herausstellte: Haydns Schädel fehlte! Er war von einem Anhänger der damals populären „Gallschen Schädellehre“ acht Tage nach der Beerdigung 1809 in Wien geraubt worden, um die Zusammenhänge zwischen Haydns Schädelform und seiner Persönlichkeit zu erforschen. Erst im Jahre 1954 konnte der (originale) Schädel, nach langem Hin und Her, wieder dorthin gelangen, wo er hingehörte.


Ein Porträt aus dem Schloß Esterházy
Die makabre Geschichte signalisiert einen Umbruch in jener Zeit: Man wollte, vom Bereich der Wissenschaften bis hin zu aktuellen sozialen und religiösen Fragen, neue Wege finden und gehen – unter anderem ein Nährboden für den Gedanken-Kosmos der „Freimaurer“. Sie traten unter dem Zeichen der „siegenden Wahrheit“ (ein Logenname) für Brüderlichkeit und Humanität ein, damals mit enormer Resonanz. Hervorgehobene Menschen in Wien, wie der Ehemann Kaiserin Maria Theresias oder Wolfgang Amadeus Mozart, waren Freimaurer.

Und auch Joseph Haydn wurde am 11. Februar 1785 „Maurer“. Am Tag danach übergab Mozart Joseph Haydn die sechs Streichquartette, die er ihm gewidmet hatte. Und Haydn äußerte gegenüber Mozarts Vater: „Ihr Sohn ist der größte Componist, den ich von Person und dem Namen nach kenne.“ Um so schmerzlicher traf ihn die Nachricht von Wolfgang Amadeus Mozarts frühem Tod. Sie erreichte Haydn 1791 in London.

Denn er hatte Wien – die Stadt seiner Kindheit und Jugend als Sängerknabe im Chor des Stephansdoms – 1790 verlassen und war dem Konzertmanager Johann Peter Salomon nach London gefolgt. Hier war er während der Jahre 1790 bis 1792 sowie 1794/95 für Salomons Londoner Abonnement-Konzerte als Dirigent und Komponist tätig. Mozarts Einwand gegen die Reise nach England, er spreche doch nicht Sprachen genug, hatte Haydn mit der Erwiderung „Meine Sprache verstehet man durch die ganze Welt“ vom Tisch gewischt. Der Erfolg gab ihm recht: Er war vom Fleck weg musikalischer Mittelpunkt der englischen Metropole und – er verdiente ausgezeichnet mit einer Fülle von Konzert-Aufführungen, jeweils ein eigenes Werk dabei. Dazu gehören insgesamt zwölf „Londoner“ Sinfonien, darunter seine berühmtesten, wie die „mit dem Paukenschlag“.
Haydns Totenmaske
In Londons „Westminster Abbey“ hörte und erlebte Joseph Haydn Großaufführungen von Händels Oratorien „Der Messias“ und „Joseph in Ägypten“ – ein neuer Impuls für ihn. Und als er 1795 definitiv nach Wien zurückreiste, brachte er das Libretto für ein Oratorium mit, das noch Händel angeboten worden war. Jetzt inspirierte es Haydn zu seinem Oratorium „Die Schöpfung“. In Wien ging er gleich an die Arbeit, und das Opus, Haydns Lobgesang auf das himmlische Schöpfungswerk, erlebte am 19. März 1799 mit überwältigendem Erfolg seine (öffentliche) Uraufführung im Wiener Hoftheater. Halb Europa folgte – „Die Schöpfung“ hatte sensationelle Erfolge. Haydn mag dazu mit einer ungewöhnlichen Maßnahme beigetragen haben: er hatte auf eigene Kosten sein Oratorium in einer Partitur-Ausgabe drucken lassen und „europaweit“ verbreitet. Dieses Herzstück seines Schaffens wollte er möglichst vielen Menschen vermittelt wissen. -

Daß Joseph Haydn in seiner ehelichen Beziehung zum weiblichen Geschlecht nicht so glücklich war, ist bekannt. Weniger, daß ihm während seiner Esterházy-Epoche die Sängerin Luigia Polzelli als verstehende Freundin begegnete, ebenso in London die musikalisch versierte, tiefsinnige Arztfrau Marianne von Genzinger. Zwei Frauen, die, jede auf ihre Weise, Haydn das beflügelnde Glück weiblicher „Musen“-Inspiration zu vermitteln imstande gewesen waren. Sein herausragendes Werk umfaßt unter anderem 108 Sinfonien, 13 Opern, 52 Klaviersonaten und Hunderte Kammermusik-Kompositionen.

Joseph Haydn gilt bis heute – wie noch andere Große seiner Epoche – zu Recht als eine Ausnahmeerscheinung, und das wird zweifellos auch für kommende Generationen so bleiben. Der berühmte 2. Adagio-Satz, sehr verwandt übrigens mit dem weltbekannten 2. Satz des zwei Jahre später entstandenen Klarinettenkonzerts von Mozart (A-Dur, KV 622), klingt über weite Strecken fast überirdisch schön! Wer sich darein vertieft, kann dabei jegliches Zeitgefühl verlieren und taucht aus einem regenerierenden Klangbad wieder auf.

Als 3. Satz kommt nun ein Menuett, also eigentlich ein Tanz. Doch es beginnt wiederum ruhig und verhalten, mit außergewöhnlich langen Melodiebögen. Das 1. Trio darin steht sogar im melancholischen Moll und die sonst führende Klarinette pausiert dort vollständig. Das 2. Trio hat einen Ländlercharakter, doch so vornehm komponiert, daß es eher wie eine Rückerinnerung an die Jugendzeit erscheint, anstatt einen ausgelassenen, fröhlichen Tanz darzustellen.

Genauso ist es dann im 4. und letzten Satz, einem Variationensatz im heiteren Allegretto. Tänzerische Elemente und virtuose Läufe treten an einigen Stellen in den Vordergrund, um dann aber wieder von verhaltenen, beschaulichen Variationen abgelöst zu werden. -
Kann Mozarts Musik nicht zu einem wertvollen Sinnbild für uns alle werden? Dafür, daß Tiefe, innere Wärme, Licht, aufbauende und heilende Kraft in einer Eigenschaft liegen, die wir heute in unserer komplizierten Welt immer mehr verschmähen: der Einfachheit, der Schlichtheit!

Fühlen wir uns, wie bei seiner Musik, nicht auch innerlich am wohlsten und geborgensten bei den Mitmenschen, die gerade diese Eigenschaft leben? Die in ihrem Reden und Handeln eindeutig, unkompliziert, gelassen und heiter sind. Auf jeden Fall lehrt uns Mozarts Musik: Wer der Einfachheit und Klarheit nachstrebt, kann dabei nur gewinnen – denn unnötige Kompliziertheit trübt und ermüdet uns, während Einfachheit klärt und belebt.

 



Autor: Dr. Monika Schulze
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  • Joseph Haydn

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