Brabara Dohmen
„Die Verantwortlichen pfeifen auf Moral und gesunden Menschenverstand!“
Barbara Dohmen ist Fachärztin für Allgemeinmedizin in Murg (Deutschland) und engagierte Umweltmedizinerin. Mehmet Yesilgöz sprach mit ihr über die Gefahren der Nanotechnologie.
GralsWelt: Was sind „Nanopartikel“, und welches Problem sehen Sie als engagierte Umweltmedizinerin bei dieser Schlüsseltechnologie?
Dohmen: Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Zwerg“. Man verwendet die Bezeichnung meist für Partikel, die in einem Größenbereich von bis zu 100 Nanometern vorliegen. Das ist tatsächlich unvorstellbar klein, eine Million mal kleiner als ein Millimeter oder beispielsweise 100mal kleiner als ein Grippevirus! Das Fatale ist hierbei, daß diese winzigen und teils sehr aggressiven Teilchen alle menschlichen körpereigenen Barrieren durchdringen können. So gelangen Nanopartikel schließlich in das Lymph- und Blutsystem, in die Organe, in die Zellen, ja bis in den Zellkern und damit auch in genetische Strukturen, die Doppelhelix, die ja selbst nur zirka sieben Nanometer groß ist. Grundsätzlich muß man den paradox anmutenden Zusammenhang verstehen, daß – bei der Verkleinerung der Partikelgröße – Nanopartikel im Vergleich zu größeren Partikeln trotz gleichem Gesamtvolumen eine viel größere Oberfläche haben und damit eine enorme Reaktionsbereitschaft zeigen! Eine der erforschten krankheitsauslösenden Eigenschaften dieser Partikel ist beispielsweise ihre Fähigkeit, Radikale (extrem aggressive Moleküle) zu bilden, die andere Moleküle in lebenden Organismen verändern können. Auch können physikalische wie chemische Materialeigenschaften bei einer solch winzigen Korngröße stark verändert sein, so daß bisher als harmlos geltende Elemente und Moleküle in ihrer Nanoversion plötzlich als Gift wirken! Nanopartikel entstanden aber auch bisher schon bei allen Verbrennungsprozessen und sind daher in Abgasen aus Industrieschornsteinen und aus dem Verkehr, im Zigarettenrauch und beim Grillen zu finden. In der Natur kommen sie im Rauch von Vulkanen oder Waldbränden und auch in der salzhaltigen Meeresluft vor.
GralsWelt: Worin liegt der Unterschied zwischen künstlich hergestellten und natürlichen Partikeln?
Dohmen: Der große Unterschied ist, daß Nanopartikel, wie sie in Seesalzkernen, im Nebel oder Regen vorhanden sind, meist gesundheitsfördernd wirken! Außerdem sind die aus Katastrophen entstehenden Nanopartikel in bezug auf Zeit, Ort und Dosis sehr begrenzt. Der Mensch konnte sich im Laufe der Evolution auf natürliche Nanos einstellen, nicht aber auf die in immer intensiverem Maße in unser Lebensumfeld einwirkenden künstlich hergestellten unbekannten Winzlinge.
GralsWelt: Sie waren mit der „Ökologischen Ärzteinitiative am Hochrhein im BUND“ 1995 eine der ersten Kritikerinnen des aufkommenden „Nanobooms“! Was veranlaßte Sie damals zu Ihrem Einspruch gegen die Produktionserweiterung eines Betriebs, der lediglich Metall- und Keramikpartikel herstellen wollte?
Dohmen: Das hat mit der Vorgeschichte der Ökologischen Ärzteinitiative zu tun. Wir hatten damals gerade eine Studie abgeschlossen über die Luftbelastung durch Schwebstäube, das sind Partikel, die im Mikrometerbereich angesiedelt sind. Der Tenor der Studie war: Schwebstäube sind gefährlich, da sie tief in die Lunge eingeatmet werden und bis in die Bronchiolen (die kleinsten Verzweigungen der Bronchien) vordringen können. So war uns Ärzten dann der Gedanke naheliegend, daß die uns bis dahin unbekannten Nanostäube, die ja um den Faktor 1000 kleiner sind als die von uns untersuchten Feinstäube, noch viel tiefer in das Lungengewebe eindringen könnten! Diese neuartigen Teile kommen also auch bis in die Lungenbläschen (Alveolen) hinein, und da Nanopartikel noch kleiner als Viren sein können, durchdringen sie auch ohne weiteres die Schleimhäute und tauchen sogar im Blut auf. Es erschien uns also sehr logisch, daß diese neue Technologie verheerende Folgen für den Menschen haben könnte.
Als die Firma dann einen Tag der offenen Tür veranstaltete, waren auch wir vor Ort, um uns ein Bild von dem neuen Produktionssektor zu machen und um uns diesen weltweit einmaligen Reaktor von der Nähe anzusehen. Ich konfrontierte damals den zuständigen Ingenieur und den Umweltbeauftragten der Firma mit meinen Bedenken über die gesundheitlichen Folgen dieser neuartigen Stoffe. Die spärlichen Erklärungsversuche der beiden bekräftigten mich in meinem Bestreben, diese Thematik weiter auszuleuchten. Ich schrieb also an die zuständigen Bundesbehörden – ein Unterfangen, das uns aber auch nicht weiterbrachte, da damals noch niemand über dieses Thema Bescheid wußte! Von einem der Ämter kam zum Beispiel lediglich die Gegenfrage zurück, was denn Nanopulver überhaupt sei! Lange Rede, kurzer Sinn: Keiner hatte eine Ahnung, was hier bald tonnenweise produziert werden sollte! Ein schlechtes Omen für den Startschuß eines neuen Industriezweiges, der Milliardengewinne verspricht! Um mehr Öffentlichkeit herzustellen und gleichzeitig Druck auf die Behörden auszuüben, gingen wir über einen betroffenen Anrainer der Firma vor Gericht. Im Zuge der gerichtlichen Auseinandersetzung wurde auch beim Landesgesundheitsamt angefragt, wie man dort das Gefahrenpotential der Nanotechnologie einschätzt. Nach aller vorheriger Unkenntnis bei den Ämtern hatte sich zu meiner Überraschung der dortige Mitarbeiter intensiv mit dem Thema beschäftigt und ein sehr ausführliches, in den Konsequenzen aber auch sehr beunruhigendes Antwortschreiben aufgesetzt, das von vielen Nebenwirkungen und Gefahren sprach … Seit 2006 werden in diesem Betrieb, der zudem noch inmitten eines Wohngebietes liegt, ohne Wissen der zuständigen Gemeinde und der Öffentlichkeit sogenannte „Nanotubes“ hergestellt, die nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen asbestartig wirken! Ungeachtet dieser Tatsache genehmigte vor drei Jahren das Regierungspräsidium Freiburg weiterhin unter Ausschluß der Öffentlichkeit die Verdoppelung der Jahresproduktion.GralsWelt: Wie ist das zu verstehen: „unter Ausschluß der Öffentlichkeit“? Gab es denn kein offizielles Genehmigungsverfahren?
Dohmen: Nein. Das Regierungspräsidium begründete dies auf meine Anfrage hin damit, daß es sich um eine sogenannte „Pilotanlage“ handele. Das Werk hat zuerst mit einer Jahresproduktionsmenge von 30 Tonnen begonnen – eine unerhört hohe Menge für eine Nano-Pilotanlage! 2007 schraubte man die Menge dann sogar noch auf 60 Jahrestonnen hoch! Der Skandal ist dabei, wie gesagt, daß man die Bevölkerung nicht informiert hat. Sie finden keinen einzigen Hinweis in der Regionalpresse zu diesem Thema! Dasselbe wird jetzt übrigens von Bayer in Leverkusen durchgeführt. Auch hier wird die Produktion als Pilotanlage deklariert, wobei hier eine Jahresproduktion von 3000 Tonnen Nanotubes geplant ist!
GralsWelt: Gibt es denn um solche Anlagen herum auch eine besondere Konzentration bestimmter Krankheiten?
Dohmen: Es ist unwahrscheinlich, bereits jetzt schon signifikante Anhäufungen bestimmter Leiden vorzufinden. Krankheiten, die durch solch winzige Partikel entstehen, bauen sich über einen sehr langen Zeitraum auf und zeigen sich in ganz unterschiedlichen Organen – eben da, wo bereits individuelle Schwachstellen bestehen. Einer meiner Patienten beispielsweise, der als Schlosser in einer Firma arbeitete, die auf keinerlei Arbeitsschutzmaßnahmen gegenüber Nanostäuben achtete und hohe Nanopartikel-Konzentrationen in der Fabrikhalle zuließ, erkrankte erst 13 Jahre später. Und bevor die nanolastige Abluft Firmenanwohner erreicht, erfährt sie einen hohen Verdünnungsgrad, so daß man – analog zu Asbest – mit einer Latenzzeit von 25 bis 30 Jahren rechnen muß, bis beispielsweise eine erhöhte Krebsrate oder andere Krankheiten auffällig werden. Soweit die monokausale Betrachtung! Man darf aber auch andere interagierende Umweltfaktoren nicht vergessen, wie beispielsweise die ständig zunehmende Hochfrequenzbelastung! Wir sehen eine sehr unheilvolle „Zusammenarbeit“ zwischen Metallen im Nanobereich und Funkwellen! Es könnte durchaus sein, daß dieses „Duo Infernale“ den Krankheitsverlauf beschleunigt.
GralsWelt: Wie korrelieren diese beiden Faktoren denn miteinander?
Dohmen: An jedes in lebenden Organismen befindliche schädliche Metallion docken Funkwellen wie an eine winzige Antenne an und intensivieren dessen krankmachenden Einfluß. Diese Metallionen alleine richten ja schon durch Bildung aggressiver Moleküle – sogenannte freie Radikale – im Körper Schaden an, da sie in der Zelle für winzige Entzündungen sorgen. Durch das zusätzliche Einwirken von hochfrequenten Feldern wird diese Störung intensiviert.
GralsWelt: Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen zum Eintritt der Nanopartikel in den Körper?
Dohmen: Die Wege in den Körper durch Inhalation, Ingestion (Aufnahme von Stoffen durch den Magen-Darm-Trakt) und die Aufnahme über die Haut sind mittlerweile wissenschaftlich belegt. Das war lange Zeit gar nicht so klar! Bei der Inhalation luftähnlicher Partikel war es naheliegend, daß diese Stoffe bis in die Bronchiolen dringen konnten. Die Einlagerung über den Magen-Darm-Trakt wurde spätestens durch die Entdeckung eingelagerter Nanopartikel im Bereich der darmnahen Lymphknoten bestätigt. Das gleiche zeigte sich auch in Lymphstationen des Lungengewebes. Bezüglich der Haut herrscht bis heute die Meinung vor, daß die Hornhaut eine Art Schutzschicht darstellt, durch die Nanopartikel nicht eindringen können. Ich halte diese Aussage für wenig glaubwürdig. Denn viele Untersuchungen hierzu wurden von dem Pharmakonzern Beiersdorf durchgeführt, was aber in meinen Augen nicht als unabhängige Forschung betrachtet werden kann, da mit nanohaltigen Sonnenschutzcremes eine Menge Geld zu verdienen ist! Außerdem wurden anfangs nur an Tieren Versuche durchgeführt, diese lassen aber keine Rückschlüsse zu bezüglich der ausgesprochen empfindlichen, dünnen Babyhaut. Auch entzündete oder verletzte Hautstellen sind selbstverständlich Eintrittspforten für Nanopartikel, wobei Allergiker hierbei extrem gefährdet sind. Außerdem könnten die Haarbälge auch als Eintrittskanäle für Nanopartikel wirken. Doch darüber ist bisher noch wenig bekannt.
GralsWelt: Und wie kommt das Zeug überhaupt auf die Haut?
Dohmen: Meist über Sonnencremes! Ein befreundeter Umweltmediziner, der zudem Allergologe und Hautarzt ist, sagte mir, daß die Allergien auf Titandioxid (mit Zinkoxid Hauptbestandteil vieler Sonnencremes) dramatisch in die Höhe schnellen. Ich mutmaße, daß dieses großflächige Einschmieren der Grund dafür sein kann. Wenn es wegen dieser Stoffe aber Allergien gibt, dann bedeutet dies jedoch zwangsläufig auch, daß die Nanopartikel ins Blutsystem eingebrochen sind! Nur wenn die Stoffe in das Blutsystem gelangen, kann es zu einem folgenschweren Zusammentreffen mit Immunzellen kommen! Für mich als Umweltmedizinerin ist es unfaßbar, daß der Nanotechnologie sogar mit erheblicher staatlicher Förderung zu einem Senkrechtstart verholfen wird und auf der anderen Seite erst dürftige Forschungsergebnisse vorliegen! Bei einem Fachkongreß über Nanotechnologie referierte kürzlich eine sehr kompetente Wissenschaftlerin von der Uni Düsseldorf zum Thema. Sie beschaffte sich für ihre Versuchsreihe lösliche Nanosiliciumdioxidpartikel, ein Stoff, der in vielen Lebensbereichen bereits eingesetzt wird und unter anderem außergewöhnlich häufig in der sogenannten „Roten Liste“ (Arzneimittelverzeichnis für Mediziner) auftaucht. Genau diese Partikel sind bei ihren Versuchsreihen innerhalb kürzester Zeit in die Zelle, ja sogar bis in den Zellkern vorgedrungen! Dadurch wurde teilweise der Zellkern derart gestört, daß er sich nicht mehr richtig reproduzieren konnte und somit die Zellteilung behindert wurde. Außerdem stellte man fest, daß sich im Zytoplasma von Nervenzellen Schadproteine anreichern, sogenannte Amyloide, die – so vermutet man – die Ursache für das Entstehen neurodegenerativer Erkrankungen, sprich Alzheimer, Parkinson, Demenz und ähnliches sind.
GralsWelt: Nanopartikel, die man als Bestandteil fast jedes Arzneimittels finden kann, haben schädigende Auswirkungen auf die Zellen?! Verstehe ich das richtig?
Dohmen: Ich möchte Ihnen diesen Irrwitz einmal verdeutlichen. Ich picke jetzt völlig wahllos aus dieser dicken Roten Liste ein Medikament heraus (streicht mit dem Finger über eine Seite). Hier haben Sie beispielsweise als Kapselinhalt den Hauptbestandteil der Arznei. Sie finden Zucker, Stärke und … „hochdisperses Siliciumdioxid“! Das sind Nanopartikel, „gecoatet“ (mit Kunststoff umhüllt) und damit besonders tückisch! Ein anderes Medikament … hier ist Titandioxid eingebunden. Ein anderes Arzneimittel … Siliciumdioxid! Was Sie aus dieser Roten Liste auch herauspicken, Sie finden darin Nanopartikel! Wir sprechen von dem gleichen hochdispersen Siliciumdioxid, das – wie gerade erwähnt – neurodegenerative Erkrankungen erzeugen kann! Diese Stoffe werden von Menschen eingenommen, die durch ihre Krankheit sowieso schon geschwächt sind! Könnte es also sein, daß zusammen mit anderen Risikofaktoren vielleicht auch dies dazu beiträgt, daß bei uns Schlaganfälle, Alzheimer, Parkinson und Co. so rasant zunehmen?
GralsWelt: Es wird kritisiert, daß es weltweit schon an die 1000 Produkte für Endverbraucher auf dem Markt gibt, die Nanomaterialien enthalten und die vorher nicht verbindlich getestet worden sind! Wo im Alltag kommen wir denn mit diesen Stoffen in Berührung?
Dohmen: Nanopartikel gibt es mittlerweile in jedem Bereich unseres Lebens! In Lebensmitteln, Verpackungen, Autozubehör, Kosmetika usw. Kinderspielzeug aus Holz wird beispielsweise mit Nanosilber bezogen, um es so keimfrei zu machen. Der Speichel der Kinder kann allerdings das Nanomaterial lösen, womit die Partikel dann in den Organismus des Kindes gelangen. In der Zahnpasta bilden Nanopartikel einen Schutzfilm für schmerzempfindliche Zähne. Die in Sonnenschutzcremes enthaltenen Titandioxide und Zinkoxide fangen die schädlichen UV-Anteile des Sonnenlichts ab. Frischhaltefolien werden mit Nanopartikeln behandelt, damit die Lebensmittel eben länger frisch bleiben. Bekleidung mit zugefügtem Nanosilber soll Schweißgeruch verhindern. Die Nanopartikel werden allerdings nach zwei bis drei Waschgängen aus der Bekleidung gelöst und gelangen so in die Umwelt. Mittlerweile sind Nanopartikel auch in der Landwirtschaft angekommen, mit ganz fatalen Auswirkungen! Pestizide als Nanopartikel lassen sich besser verteilen und dringen tiefer ein – auch in unsere Lungen! Nach Angaben von Greenpeace verbleiben 90 Prozent der versprühten Pestizidmenge in der Luft. So ließe sich die Liste beliebig weiterführen. Jeder Bereich des Lebens ist betroffen, und zwar ohne daß der Verbraucher davon weiß, und – das ist für mich das Unfaßbare – ohne daß unsere Regierung durch Gesetzesmaßnahmen eingreift. Statt dessen wird die „Selbstverpflichtung der Hersteller“ beschworen …
GralsWelt: Was tut der Körper, um die Nanopartikel wieder auszuscheiden? Gibt es eine Methode, wie man da nachhelfen könnte?
Dohmen: Um mit einem Goethezitat zu antworten: Es gilt: „Die Geister, die ich rief, die werd ich nun nicht los.“ Ich weiß von keiner Methode, die gezielt Nanopartikel aus lebenden Organismen wieder entfernen könnte! Der Organismus behilft sich in der Not bei zu großer intrazellulärer Anreicherung von Nanopartikeln damit, daß die gesamte Zelle zum Feind erklärt und vom Immunsystem zerstört wird. Diesen Vorgang kennt man bei sogenannten Autoaggressionskrankheiten. Auch diese Krankheiten nehmen seit Jahrzehnten auffallend zu. Ansonsten gilt das gleiche wie bei anderen Vergiftungen: viel Wasser trinken und auf Maßnahmen zurückgreifen, die sich zur Entgiftung bewährt haben. Manchmal schafft es der Körper tatsächlich, auch die Stoffe zu umschließen und sie über Abfließen von Eiter- oder Lymphflüssigkeit wieder loszuwerden. Die in den Bronchien liegenden Flimmerhärchen vermögen einen kleinen Teil dieser Nanopartikel abzusondern, der Rest verbleibt!
GralsWelt: Wie sehen Sie die heutie Entwicklung? Sind wir auf dem Wege zu einem Moratorium, zu verbindlichen Höchstwerten, Gefahrendefinitionen und Schutzmaßnahmen?
Dohmen: Es gibt viele Organisationen, Bewegungen und Verbände hier wie in anderen Ländern, die sich sehr engagiert für das dringend notwendige Moratorium einsetzen. Die Kernforderung an die Bundesregierung lautet dabei: „No data, no market! – Keine Daten, kein Markt!“ Für andere Gefahrenstoffe wird dies bereits umgesetzt, nicht aber bisher bei Nanomaterialien. Jeder nanotechnologisch hergestellte Stoff müßte außerdem vor der großtechnischen Produktion genauestens auf seine chemischen, physikalischen und toxikologischen Eigenschaften für Lebewesen und Umwelt hin ausgeleuchtet werden. Die Verbraucher müssen dringend ausreichend informiert und geschützt werden. Der Markt wird jedoch derzeit ungebremst weiter ausgebaut, und ein Zurück scheint fast unmöglich! Wir sprechen hier von dreistelligen Milliardensummen, die in diesem Wirtschaftssektor bereits umgesetzt werden, Tendenz steigend! Da dreht sich alles, anstatt um unser Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, um das Geld – und die Verantwortlichen pfeifen auf Moral oder gesunden Menschenverstand!
GralsWelt: Was sind „Nanopartikel“, und welches Problem sehen Sie als engagierte Umweltmedizinerin bei dieser Schlüsseltechnologie?
Dohmen: Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Zwerg“. Man verwendet die Bezeichnung meist für Partikel, die in einem Größenbereich von bis zu 100 Nanometern vorliegen. Das ist tatsächlich unvorstellbar klein, eine Million mal kleiner als ein Millimeter oder beispielsweise 100mal kleiner als ein Grippevirus! Das Fatale ist hierbei, daß diese winzigen und teils sehr aggressiven Teilchen alle menschlichen körpereigenen Barrieren durchdringen können. So gelangen Nanopartikel schließlich in das Lymph- und Blutsystem, in die Organe, in die Zellen, ja bis in den Zellkern und damit auch in genetische Strukturen, die Doppelhelix, die ja selbst nur zirka sieben Nanometer groß ist. Grundsätzlich muß man den paradox anmutenden Zusammenhang verstehen, daß – bei der Verkleinerung der Partikelgröße – Nanopartikel im Vergleich zu größeren Partikeln trotz gleichem Gesamtvolumen eine viel größere Oberfläche haben und damit eine enorme Reaktionsbereitschaft zeigen! Eine der erforschten krankheitsauslösenden Eigenschaften dieser Partikel ist beispielsweise ihre Fähigkeit, Radikale (extrem aggressive Moleküle) zu bilden, die andere Moleküle in lebenden Organismen verändern können. Auch können physikalische wie chemische Materialeigenschaften bei einer solch winzigen Korngröße stark verändert sein, so daß bisher als harmlos geltende Elemente und Moleküle in ihrer Nanoversion plötzlich als Gift wirken! Nanopartikel entstanden aber auch bisher schon bei allen Verbrennungsprozessen und sind daher in Abgasen aus Industrieschornsteinen und aus dem Verkehr, im Zigarettenrauch und beim Grillen zu finden. In der Natur kommen sie im Rauch von Vulkanen oder Waldbränden und auch in der salzhaltigen Meeresluft vor.
GralsWelt: Worin liegt der Unterschied zwischen künstlich hergestellten und natürlichen Partikeln?
Dohmen: Der große Unterschied ist, daß Nanopartikel, wie sie in Seesalzkernen, im Nebel oder Regen vorhanden sind, meist gesundheitsfördernd wirken! Außerdem sind die aus Katastrophen entstehenden Nanopartikel in bezug auf Zeit, Ort und Dosis sehr begrenzt. Der Mensch konnte sich im Laufe der Evolution auf natürliche Nanos einstellen, nicht aber auf die in immer intensiverem Maße in unser Lebensumfeld einwirkenden künstlich hergestellten unbekannten Winzlinge.
GralsWelt: Sie waren mit der „Ökologischen Ärzteinitiative am Hochrhein im BUND“ 1995 eine der ersten Kritikerinnen des aufkommenden „Nanobooms“! Was veranlaßte Sie damals zu Ihrem Einspruch gegen die Produktionserweiterung eines Betriebs, der lediglich Metall- und Keramikpartikel herstellen wollte?
Dohmen: Das hat mit der Vorgeschichte der Ökologischen Ärzteinitiative zu tun. Wir hatten damals gerade eine Studie abgeschlossen über die Luftbelastung durch Schwebstäube, das sind Partikel, die im Mikrometerbereich angesiedelt sind. Der Tenor der Studie war: Schwebstäube sind gefährlich, da sie tief in die Lunge eingeatmet werden und bis in die Bronchiolen (die kleinsten Verzweigungen der Bronchien) vordringen können. So war uns Ärzten dann der Gedanke naheliegend, daß die uns bis dahin unbekannten Nanostäube, die ja um den Faktor 1000 kleiner sind als die von uns untersuchten Feinstäube, noch viel tiefer in das Lungengewebe eindringen könnten! Diese neuartigen Teile kommen also auch bis in die Lungenbläschen (Alveolen) hinein, und da Nanopartikel noch kleiner als Viren sein können, durchdringen sie auch ohne weiteres die Schleimhäute und tauchen sogar im Blut auf. Es erschien uns also sehr logisch, daß diese neue Technologie verheerende Folgen für den Menschen haben könnte.
Als die Firma dann einen Tag der offenen Tür veranstaltete, waren auch wir vor Ort, um uns ein Bild von dem neuen Produktionssektor zu machen und um uns diesen weltweit einmaligen Reaktor von der Nähe anzusehen. Ich konfrontierte damals den zuständigen Ingenieur und den Umweltbeauftragten der Firma mit meinen Bedenken über die gesundheitlichen Folgen dieser neuartigen Stoffe. Die spärlichen Erklärungsversuche der beiden bekräftigten mich in meinem Bestreben, diese Thematik weiter auszuleuchten. Ich schrieb also an die zuständigen Bundesbehörden – ein Unterfangen, das uns aber auch nicht weiterbrachte, da damals noch niemand über dieses Thema Bescheid wußte! Von einem der Ämter kam zum Beispiel lediglich die Gegenfrage zurück, was denn Nanopulver überhaupt sei! Lange Rede, kurzer Sinn: Keiner hatte eine Ahnung, was hier bald tonnenweise produziert werden sollte! Ein schlechtes Omen für den Startschuß eines neuen Industriezweiges, der Milliardengewinne verspricht! Um mehr Öffentlichkeit herzustellen und gleichzeitig Druck auf die Behörden auszuüben, gingen wir über einen betroffenen Anrainer der Firma vor Gericht. Im Zuge der gerichtlichen Auseinandersetzung wurde auch beim Landesgesundheitsamt angefragt, wie man dort das Gefahrenpotential der Nanotechnologie einschätzt. Nach aller vorheriger Unkenntnis bei den Ämtern hatte sich zu meiner Überraschung der dortige Mitarbeiter intensiv mit dem Thema beschäftigt und ein sehr ausführliches, in den Konsequenzen aber auch sehr beunruhigendes Antwortschreiben aufgesetzt, das von vielen Nebenwirkungen und Gefahren sprach … Seit 2006 werden in diesem Betrieb, der zudem noch inmitten eines Wohngebietes liegt, ohne Wissen der zuständigen Gemeinde und der Öffentlichkeit sogenannte „Nanotubes“ hergestellt, die nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen asbestartig wirken! Ungeachtet dieser Tatsache genehmigte vor drei Jahren das Regierungspräsidium Freiburg weiterhin unter Ausschluß der Öffentlichkeit die Verdoppelung der Jahresproduktion.GralsWelt: Wie ist das zu verstehen: „unter Ausschluß der Öffentlichkeit“? Gab es denn kein offizielles Genehmigungsverfahren?
Dohmen: Nein. Das Regierungspräsidium begründete dies auf meine Anfrage hin damit, daß es sich um eine sogenannte „Pilotanlage“ handele. Das Werk hat zuerst mit einer Jahresproduktionsmenge von 30 Tonnen begonnen – eine unerhört hohe Menge für eine Nano-Pilotanlage! 2007 schraubte man die Menge dann sogar noch auf 60 Jahrestonnen hoch! Der Skandal ist dabei, wie gesagt, daß man die Bevölkerung nicht informiert hat. Sie finden keinen einzigen Hinweis in der Regionalpresse zu diesem Thema! Dasselbe wird jetzt übrigens von Bayer in Leverkusen durchgeführt. Auch hier wird die Produktion als Pilotanlage deklariert, wobei hier eine Jahresproduktion von 3000 Tonnen Nanotubes geplant ist!
GralsWelt: Gibt es denn um solche Anlagen herum auch eine besondere Konzentration bestimmter Krankheiten?
Dohmen: Es ist unwahrscheinlich, bereits jetzt schon signifikante Anhäufungen bestimmter Leiden vorzufinden. Krankheiten, die durch solch winzige Partikel entstehen, bauen sich über einen sehr langen Zeitraum auf und zeigen sich in ganz unterschiedlichen Organen – eben da, wo bereits individuelle Schwachstellen bestehen. Einer meiner Patienten beispielsweise, der als Schlosser in einer Firma arbeitete, die auf keinerlei Arbeitsschutzmaßnahmen gegenüber Nanostäuben achtete und hohe Nanopartikel-Konzentrationen in der Fabrikhalle zuließ, erkrankte erst 13 Jahre später. Und bevor die nanolastige Abluft Firmenanwohner erreicht, erfährt sie einen hohen Verdünnungsgrad, so daß man – analog zu Asbest – mit einer Latenzzeit von 25 bis 30 Jahren rechnen muß, bis beispielsweise eine erhöhte Krebsrate oder andere Krankheiten auffällig werden. Soweit die monokausale Betrachtung! Man darf aber auch andere interagierende Umweltfaktoren nicht vergessen, wie beispielsweise die ständig zunehmende Hochfrequenzbelastung! Wir sehen eine sehr unheilvolle „Zusammenarbeit“ zwischen Metallen im Nanobereich und Funkwellen! Es könnte durchaus sein, daß dieses „Duo Infernale“ den Krankheitsverlauf beschleunigt.
GralsWelt: Wie korrelieren diese beiden Faktoren denn miteinander?
Dohmen: An jedes in lebenden Organismen befindliche schädliche Metallion docken Funkwellen wie an eine winzige Antenne an und intensivieren dessen krankmachenden Einfluß. Diese Metallionen alleine richten ja schon durch Bildung aggressiver Moleküle – sogenannte freie Radikale – im Körper Schaden an, da sie in der Zelle für winzige Entzündungen sorgen. Durch das zusätzliche Einwirken von hochfrequenten Feldern wird diese Störung intensiviert.
GralsWelt: Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen zum Eintritt der Nanopartikel in den Körper?
Dohmen: Die Wege in den Körper durch Inhalation, Ingestion (Aufnahme von Stoffen durch den Magen-Darm-Trakt) und die Aufnahme über die Haut sind mittlerweile wissenschaftlich belegt. Das war lange Zeit gar nicht so klar! Bei der Inhalation luftähnlicher Partikel war es naheliegend, daß diese Stoffe bis in die Bronchiolen dringen konnten. Die Einlagerung über den Magen-Darm-Trakt wurde spätestens durch die Entdeckung eingelagerter Nanopartikel im Bereich der darmnahen Lymphknoten bestätigt. Das gleiche zeigte sich auch in Lymphstationen des Lungengewebes. Bezüglich der Haut herrscht bis heute die Meinung vor, daß die Hornhaut eine Art Schutzschicht darstellt, durch die Nanopartikel nicht eindringen können. Ich halte diese Aussage für wenig glaubwürdig. Denn viele Untersuchungen hierzu wurden von dem Pharmakonzern Beiersdorf durchgeführt, was aber in meinen Augen nicht als unabhängige Forschung betrachtet werden kann, da mit nanohaltigen Sonnenschutzcremes eine Menge Geld zu verdienen ist! Außerdem wurden anfangs nur an Tieren Versuche durchgeführt, diese lassen aber keine Rückschlüsse zu bezüglich der ausgesprochen empfindlichen, dünnen Babyhaut. Auch entzündete oder verletzte Hautstellen sind selbstverständlich Eintrittspforten für Nanopartikel, wobei Allergiker hierbei extrem gefährdet sind. Außerdem könnten die Haarbälge auch als Eintrittskanäle für Nanopartikel wirken. Doch darüber ist bisher noch wenig bekannt.
GralsWelt: Und wie kommt das Zeug überhaupt auf die Haut?
Dohmen: Meist über Sonnencremes! Ein befreundeter Umweltmediziner, der zudem Allergologe und Hautarzt ist, sagte mir, daß die Allergien auf Titandioxid (mit Zinkoxid Hauptbestandteil vieler Sonnencremes) dramatisch in die Höhe schnellen. Ich mutmaße, daß dieses großflächige Einschmieren der Grund dafür sein kann. Wenn es wegen dieser Stoffe aber Allergien gibt, dann bedeutet dies jedoch zwangsläufig auch, daß die Nanopartikel ins Blutsystem eingebrochen sind! Nur wenn die Stoffe in das Blutsystem gelangen, kann es zu einem folgenschweren Zusammentreffen mit Immunzellen kommen! Für mich als Umweltmedizinerin ist es unfaßbar, daß der Nanotechnologie sogar mit erheblicher staatlicher Förderung zu einem Senkrechtstart verholfen wird und auf der anderen Seite erst dürftige Forschungsergebnisse vorliegen! Bei einem Fachkongreß über Nanotechnologie referierte kürzlich eine sehr kompetente Wissenschaftlerin von der Uni Düsseldorf zum Thema. Sie beschaffte sich für ihre Versuchsreihe lösliche Nanosiliciumdioxidpartikel, ein Stoff, der in vielen Lebensbereichen bereits eingesetzt wird und unter anderem außergewöhnlich häufig in der sogenannten „Roten Liste“ (Arzneimittelverzeichnis für Mediziner) auftaucht. Genau diese Partikel sind bei ihren Versuchsreihen innerhalb kürzester Zeit in die Zelle, ja sogar bis in den Zellkern vorgedrungen! Dadurch wurde teilweise der Zellkern derart gestört, daß er sich nicht mehr richtig reproduzieren konnte und somit die Zellteilung behindert wurde. Außerdem stellte man fest, daß sich im Zytoplasma von Nervenzellen Schadproteine anreichern, sogenannte Amyloide, die – so vermutet man – die Ursache für das Entstehen neurodegenerativer Erkrankungen, sprich Alzheimer, Parkinson, Demenz und ähnliches sind.
GralsWelt: Nanopartikel, die man als Bestandteil fast jedes Arzneimittels finden kann, haben schädigende Auswirkungen auf die Zellen?! Verstehe ich das richtig?
Dohmen: Ich möchte Ihnen diesen Irrwitz einmal verdeutlichen. Ich picke jetzt völlig wahllos aus dieser dicken Roten Liste ein Medikament heraus (streicht mit dem Finger über eine Seite). Hier haben Sie beispielsweise als Kapselinhalt den Hauptbestandteil der Arznei. Sie finden Zucker, Stärke und … „hochdisperses Siliciumdioxid“! Das sind Nanopartikel, „gecoatet“ (mit Kunststoff umhüllt) und damit besonders tückisch! Ein anderes Medikament … hier ist Titandioxid eingebunden. Ein anderes Arzneimittel … Siliciumdioxid! Was Sie aus dieser Roten Liste auch herauspicken, Sie finden darin Nanopartikel! Wir sprechen von dem gleichen hochdispersen Siliciumdioxid, das – wie gerade erwähnt – neurodegenerative Erkrankungen erzeugen kann! Diese Stoffe werden von Menschen eingenommen, die durch ihre Krankheit sowieso schon geschwächt sind! Könnte es also sein, daß zusammen mit anderen Risikofaktoren vielleicht auch dies dazu beiträgt, daß bei uns Schlaganfälle, Alzheimer, Parkinson und Co. so rasant zunehmen?
GralsWelt: Es wird kritisiert, daß es weltweit schon an die 1000 Produkte für Endverbraucher auf dem Markt gibt, die Nanomaterialien enthalten und die vorher nicht verbindlich getestet worden sind! Wo im Alltag kommen wir denn mit diesen Stoffen in Berührung?
Dohmen: Nanopartikel gibt es mittlerweile in jedem Bereich unseres Lebens! In Lebensmitteln, Verpackungen, Autozubehör, Kosmetika usw. Kinderspielzeug aus Holz wird beispielsweise mit Nanosilber bezogen, um es so keimfrei zu machen. Der Speichel der Kinder kann allerdings das Nanomaterial lösen, womit die Partikel dann in den Organismus des Kindes gelangen. In der Zahnpasta bilden Nanopartikel einen Schutzfilm für schmerzempfindliche Zähne. Die in Sonnenschutzcremes enthaltenen Titandioxide und Zinkoxide fangen die schädlichen UV-Anteile des Sonnenlichts ab. Frischhaltefolien werden mit Nanopartikeln behandelt, damit die Lebensmittel eben länger frisch bleiben. Bekleidung mit zugefügtem Nanosilber soll Schweißgeruch verhindern. Die Nanopartikel werden allerdings nach zwei bis drei Waschgängen aus der Bekleidung gelöst und gelangen so in die Umwelt. Mittlerweile sind Nanopartikel auch in der Landwirtschaft angekommen, mit ganz fatalen Auswirkungen! Pestizide als Nanopartikel lassen sich besser verteilen und dringen tiefer ein – auch in unsere Lungen! Nach Angaben von Greenpeace verbleiben 90 Prozent der versprühten Pestizidmenge in der Luft. So ließe sich die Liste beliebig weiterführen. Jeder Bereich des Lebens ist betroffen, und zwar ohne daß der Verbraucher davon weiß, und – das ist für mich das Unfaßbare – ohne daß unsere Regierung durch Gesetzesmaßnahmen eingreift. Statt dessen wird die „Selbstverpflichtung der Hersteller“ beschworen …
GralsWelt: Was tut der Körper, um die Nanopartikel wieder auszuscheiden? Gibt es eine Methode, wie man da nachhelfen könnte?
Dohmen: Um mit einem Goethezitat zu antworten: Es gilt: „Die Geister, die ich rief, die werd ich nun nicht los.“ Ich weiß von keiner Methode, die gezielt Nanopartikel aus lebenden Organismen wieder entfernen könnte! Der Organismus behilft sich in der Not bei zu großer intrazellulärer Anreicherung von Nanopartikeln damit, daß die gesamte Zelle zum Feind erklärt und vom Immunsystem zerstört wird. Diesen Vorgang kennt man bei sogenannten Autoaggressionskrankheiten. Auch diese Krankheiten nehmen seit Jahrzehnten auffallend zu. Ansonsten gilt das gleiche wie bei anderen Vergiftungen: viel Wasser trinken und auf Maßnahmen zurückgreifen, die sich zur Entgiftung bewährt haben. Manchmal schafft es der Körper tatsächlich, auch die Stoffe zu umschließen und sie über Abfließen von Eiter- oder Lymphflüssigkeit wieder loszuwerden. Die in den Bronchien liegenden Flimmerhärchen vermögen einen kleinen Teil dieser Nanopartikel abzusondern, der Rest verbleibt!
GralsWelt: Wie sehen Sie die heutie Entwicklung? Sind wir auf dem Wege zu einem Moratorium, zu verbindlichen Höchstwerten, Gefahrendefinitionen und Schutzmaßnahmen?
Dohmen: Es gibt viele Organisationen, Bewegungen und Verbände hier wie in anderen Ländern, die sich sehr engagiert für das dringend notwendige Moratorium einsetzen. Die Kernforderung an die Bundesregierung lautet dabei: „No data, no market! – Keine Daten, kein Markt!“ Für andere Gefahrenstoffe wird dies bereits umgesetzt, nicht aber bisher bei Nanomaterialien. Jeder nanotechnologisch hergestellte Stoff müßte außerdem vor der großtechnischen Produktion genauestens auf seine chemischen, physikalischen und toxikologischen Eigenschaften für Lebewesen und Umwelt hin ausgeleuchtet werden. Die Verbraucher müssen dringend ausreichend informiert und geschützt werden. Der Markt wird jedoch derzeit ungebremst weiter ausgebaut, und ein Zurück scheint fast unmöglich! Wir sprechen hier von dreistelligen Milliardensummen, die in diesem Wirtschaftssektor bereits umgesetzt werden, Tendenz steigend! Da dreht sich alles, anstatt um unser Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, um das Geld – und die Verantwortlichen pfeifen auf Moral oder gesunden Menschenverstand!
Autor: Mehmet Yesilgöz
