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Woche 43 | 2011

Was ist das „Ich“?

Ich habe eine einfache Frage: Wer bin ich als Mensch? Was macht aus mir das, was ich bin?

Das ist eine, vielleicht die entscheidende Grundfrage unseres Menschseins. Welche „Instanz“ befähigt uns dazu, uns selbst und unsere Umwelt wahrzunehmen?

Diese Frage ist auch deshalb so spannend, weil man das Nachdenken allein keine befriedigende Antwort bietet: Wir erleben unser Ich, unser eigenes Dasein zwar als eine alltägliche Selbstverständlichkeit, aber objektiv beschreiben oder streng wissenschaftlich beweisen läßt sich das menschliche Ich-Bewußtsein nicht. Auch die biologische Erklärung, das „Ich“ entstünde durch die Gehirntätigkeit, ist eine unbewiesene These. Ein Ich-Bewußtsein läßt sich nicht künstlich erzeugen, und die typischen Eigenschaften, die man dem „Ich“ zuschreibt – etwa die Erlebnis-, Empfindungs- und Erkenntnisfähigkeit oder das Bedürfnis nach Sinn – sind materiell nicht faßbar.

Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff „Leben“. Wir können dafür Definitionen erfinden und es in seinen Auswirkungen beschreiben, aber das Wesen des Lebens bleibt doch immer etwas für den Verstand Unergründbares.

Dies ist deshalb so, weil das Leben und auch unser Ich-Bewußtsein ihren Ursprung nicht in der physischen Welt haben. Das Gehirn indes ist – als körperliches Organ – an die materielle Welt gebunden und kann daher nur das begreifen und beschreiben, was zu dieser Welt gehört. Genau so, wie ein Computer immer nur die Informationen verarbeiten kann, für die er programmiert ist. Was jenseits seiner Systemgrenzen liegt, bleibt ihm unzugänglich.

Das menschliche „Ich“ stammt aus einem Schöpfungsbereich jenseits der physischen Welt. Unser Wesenskern ist geistig. Mit diesem Begriff ist eine Dimension des Seins angesprochen, die über der körperlichen, aber auch über der seelischen Befindlichkeit steht, die eben auch reflektierend auf sich selbst blicken uns sich die Frage stellen kann: „Was bin ich eigentlich?“

Geist ist das, was wir sind – Körper und Seele sind das, was wir haben, was wir durch unsere eigene Lebendigkeit bewegen, durchglühen, formen.

Unsere Geistigkeit zeigt sich unter anderem in unserer Empfindungsfähigkeit, in unserem Bedürfnis nach Ausdruck, Kunst, Kultur, im Schönheitssinn oder in der Sehnsucht nach Hohem und Idealem.

Doch dieser bewußtseinsfähige, lebendige geistige Kern, den wir „Erdenmenschen“ als Anlage in uns tragen, ist noch nicht voll entwickelt, er muß erst zum eigentlichen Sich-seiner-selbst-bewußt-sein-Können reifen. In diesem Entwicklungsprozeß liegt der Sinn unseres Daseins.

 

Weitere Fragenbeantwortungen finden Sie auch in dem Buch "100 Antworten auf große Lebensfragen"


Das ist eine, vielleicht die entscheidende Grundfrage unseres Menschseins. Welche „Instanz“ befähigt uns dazu, uns selbst und unsere Umwelt wahrzunehmen?

Diese Frage ist auch deshalb so spannend, weil man das Nachdenken allein keine befriedigende Antwort bietet: Wir erleben unser Ich, unser eigenes Dasein zwar als eine alltägliche Selbstverständlichkeit, aber objektiv beschreiben oder streng wissenschaftlich beweisen läßt sich das menschliche Ich-Bewußtsein nicht. Auch die biologische Erklärung, das „Ich“ entstünde durch die Gehirntätigkeit, ist eine unbewiesene These. Ein Ich-Bewußtsein läßt sich nicht künstlich erzeugen, und die typischen Eigenschaften, die man dem „Ich“ zuschreibt – etwa die Erlebnis-, Empfindungs- und Erkenntnisfähigkeit oder das Bedürfnis nach Sinn – sind materiell nicht faßbar.

Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff „Leben“. Wir können dafür Definitionen erfinden und es in seinen Auswirkungen beschreiben, aber das Wesen des Lebens bleibt doch immer etwas für den Verstand Unergründbares.

Dies ist deshalb so, weil das Leben und auch unser Ich-Bewußtsein ihren Ursprung nicht in der physischen Welt haben. Das Gehirn indes ist – als körperliches Organ – an die materielle Welt gebunden und kann daher nur das begreifen und beschreiben, was zu dieser Welt gehört. Genau so, wie ein Computer immer nur die Informationen verarbeiten kann, für die er programmiert ist. Was jenseits seiner Systemgrenzen liegt, bleibt ihm unzugänglich.

Das menschliche „Ich“ stammt aus einem Schöpfungsbereich jenseits der physischen Welt. Unser Wesenskern ist geistig. Mit diesem Begriff ist eine Dimension des Seins angesprochen, die über der körperlichen, aber auch über der seelischen Befindlichkeit steht, die eben auch reflektierend auf sich selbst blicken uns sich die Frage stellen kann: „Was bin ich eigentlich?“

Geist ist das, was wir sind – Körper und Seele sind das, was wir haben, was wir durch unsere eigene Lebendigkeit bewegen, durchglühen, formen.

Unsere Geistigkeit zeigt sich unter anderem in unserer Empfindungsfähigkeit, in unserem Bedürfnis nach Ausdruck, Kunst, Kultur, im Schönheitssinn oder in der Sehnsucht nach Hohem und Idealem.

Doch dieser bewußtseinsfähige, lebendige geistige Kern, den wir „Erdenmenschen“ als Anlage in uns tragen, ist noch nicht voll entwickelt, er muß erst zum eigentlichen Sich-seiner-selbst-bewußt-sein-Können reifen. In diesem Entwicklungsprozeß liegt der Sinn unseres Daseins.

 

Weitere Fragenbeantwortungen finden Sie auch in dem Buch "100 Antworten auf große Lebensfragen"



Autor: Werner Huemer
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Nachschlagworte

  • Ich
  • Leben
  • Ich
  • Geistestätigkeit

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Werner Huemer

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