WOCHE 2 | 2012
Hat seelisches Leid einen tieferen Sinn?
Seit Jahren fühle ich mich allein und verlassen im Leben und kann meinem Dasein nur schwer etwas abzugewinnen. Ich halte zwar durch, und ich frage mich, ob in den Hemmungen, die ich als großes Seelenleid erfahre, ein höherer Sinn steckt?
Leidvolle Erlebnisse, egal, ob körperlicher oder seelischer Art, bieten immer auch Möglichkeiten zur inneren Reife, und sie haben meist einen tieferen Grund, den wir aber, eingesponnen im Erleben und Erleiden, nicht so leicht erkennen können.
Doch das ist vielleicht auch gar nicht nötig. Denn noch viel wichtiger als die Frage: „Warum erlebe ich das alles?“ ist für das eigene Wohlergehen ja meist die Frage: Wozu nütze ich meine Lebenssituation? Was mache ich daraus?
Jedes schicksalhafte Erleben kann man als eine Aufgabe betrachten, als eine Möglichkeit, die das Leben bietet. Als eine Aufgabe, der man sich bewußt stellt. Sie kann auch im Ertragen von Seelenleid liegen – oder in der Überwindung, trotz des Sich-allein-und-verlassen-Fühlens aufbauende, lebensbejahende Entscheidungen zu treffen. Die Notwendigkeit, trotz allem durchzuhalten, die bisher nur als „Hemmklotz“ für das Leben betrachtet wurde, kann damit zum Teil der persönlichen Lebensaufgabe werden, zum sinnvollen Entschluß.
Um auch in den eigenen Problemen, Krankheiten oder überhaupt in den Widrigkeiten des Lebens einen höheren Sinn zu erahnen, sie also in einem größeren Bezugsrahmen zu sehen, ist die Erkenntnis von großem Wert, daß unser gesamtes Sein nicht nur dieses Erdenleben umfaßt, sondern weit darüber hinaus geht, daß umgekehrt aber gerade das momentane Erleben mit allen seinen Anforderungen zur Geistesreife beitragen kann. In einem Gedicht von Richard Dehmel (1863–1920) heißt es:
„Siehe, mit dem Schmerz der Zeit
Spielt die ewige Seligkeit“ …
Das Bewußtsein, daß mit dem Leid auch besondere Entwicklungsmöglichkeiten verbunden sind, sollte jedoch nicht dazu führen, unbedingt nur im Ertragen die Lebensaufgabe zu sehen.
Gerade bei Depressionen, die über verübergehende kurzfristige Verstimmungen hinaus gehen, wird es im Regelfall angezeigt sein, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Weitere Fragenbeantwortungen finden Sie auch in dem Buch "100 Antworten auf große Lebensfragen"
Leidvolle Erlebnisse, egal, ob körperlicher oder seelischer Art, bieten immer auch Möglichkeiten zur inneren Reife, und sie haben meist einen tieferen Grund, den wir aber, eingesponnen im Erleben und Erleiden, nicht so leicht erkennen können.
Doch das ist vielleicht auch gar nicht nötig. Denn noch viel wichtiger als die Frage: „Warum erlebe ich das alles?“ ist für das eigene Wohlergehen ja meist die Frage: Wozu nütze ich meine Lebenssituation? Was mache ich daraus?
Jedes schicksalhafte Erleben kann man als eine Aufgabe betrachten, als eine Möglichkeit, die das Leben bietet. Als eine Aufgabe, der man sich bewußt stellt. Sie kann auch im Ertragen von Seelenleid liegen – oder in der Überwindung, trotz des Sich-allein-und-verlassen-Fühlens aufbauende, lebensbejahende Entscheidungen zu treffen. Die Notwendigkeit, trotz allem durchzuhalten, die bisher nur als „Hemmklotz“ für das Leben betrachtet wurde, kann damit zum Teil der persönlichen Lebensaufgabe werden, zum sinnvollen Entschluß.
Um auch in den eigenen Problemen, Krankheiten oder überhaupt in den Widrigkeiten des Lebens einen höheren Sinn zu erahnen, sie also in einem größeren Bezugsrahmen zu sehen, ist die Erkenntnis von großem Wert, daß unser gesamtes Sein nicht nur dieses Erdenleben umfaßt, sondern weit darüber hinaus geht, daß umgekehrt aber gerade das momentane Erleben mit allen seinen Anforderungen zur Geistesreife beitragen kann. In einem Gedicht von Richard Dehmel (1863–1920) heißt es:
„Siehe, mit dem Schmerz der Zeit
Spielt die ewige Seligkeit“ …
Das Bewußtsein, daß mit dem Leid auch besondere Entwicklungsmöglichkeiten verbunden sind, sollte jedoch nicht dazu führen, unbedingt nur im Ertragen die Lebensaufgabe zu sehen.
Gerade bei Depressionen, die über verübergehende kurzfristige Verstimmungen hinaus gehen, wird es im Regelfall angezeigt sein, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Weitere Fragenbeantwortungen finden Sie auch in dem Buch "100 Antworten auf große Lebensfragen"
Autor: Werner Huemer
